„Lehrter lesen für Lehrter“: Stefani Schulz stellt bei der Bibliotheksgesellschaft ihre Lieblingsbücher vor

Wann? 16.11.2010 19:30 Uhr

Wo? Stadt- und Schulbibliothek, Burgdorfer Straße 16, 31275 Lehrte DEauf Karte anzeigen
Lehrte: Stadt- und Schulbibliothek | Herzlich zu ihrer letzten diesjährigen Veranstaltung der Reihe „Lehrter lesen für Lehrter“,die dann erst im Januar 2011 weiter geführt wird, lädt die Bibliotheksgesellschaft Lehrte, der Förderverein der Stadt- und Schulbibliothek, am Dienstag, 16. November, ab 19.30 Uhr in der Bibliotheks-Hauptstelle, Burgdorfer Straße 16, mit einem der Kulturförderung in der „Eisenbahnerstadt“ ganz besonders verbundenem Gast ein: Stefani Schulz, Kulturreferentin der Stadt Lehrte, stellt ihre derzeitigen Lieblingsbücher „Verbrechen“ und „Schuld“ von Ferdinand von Schirach vor und wird Passagen daraus vorlesen.
Ferdinand von Schirach (Enkel des ehemaligen Reichsjugendführers Baldur von Schirach), geboren 1964 in München, arbeitet seit 1994 als Anwalt und Strafverteidiger in Berlin. Zu seinen Mandanten gehörten das frühere Politbüromitglied Günter Schabowski, der ehemalige BND-Spion Norbert Juretzko, Industrielle, Prominente und Angehörige der Unterwelt.
Von Schirach hat es in seinem Beruf alltäglich mit Menschen zu tun, die Extremes getan oder erlebt haben. Das Ungeheuerliche ist bei ihm der Normalfall. Er vertritt Unschuldige, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind, ebenso wie Schwerstkriminelle.
Deren Geschichten erzählt er in seinem Buch „Verbrechen“. Er bleibt als Autor neutral, er bezieht keinerlei Position und bildet sich kein Urteil über die verschiedenen Fälle. Der Stil von Schirachs ist sachlich, nüchtern, fast emotionslos und kühl. Dennoch empfindet der Leser Mitgefühl mit Täter oder Opfer, sogar bis hin zum Verständnis gegenüber dem Verbrecher. Mit diesem Buch wurde der Autor als die literarische Entdeckung des Jahres 2009 gefeiert.
Mit dem neuen Band „Schuld“ legt von Schirach neue Geschichten über Mord, Totschlag, Vergewaltigung nach. Mit bohrender Intensität und seiner unvergleichlichen lyrisch knappen Sprache stellt er leise, aber bestimmt, die Frage nach Gut und Böse, Schuld und Unschuld und nach der moralischen Verantwortung eines jeden Einzelnen von uns.
Wir sind sicher, dass es ein sehr spannender Abend wird,“ freut sich Sabine Spengler, die Vorsitzende der Bibliotheksgesellschaft Lehrte, auf rege Teilnahme.