Lehrte ist Deutscher Meister im Bluesfestival-Machen: Bestes Bluesfest der ganzen Republik!

Der Preis ist heiß: Barbara Bloch vom Verein Blues Baltica und der Musikjournalist und Laudator Wolfgang Streitbörger überreichen Claudia Grumser und Jens Veenhuis die Auszeichnung für das beste Bluesfestival Deutschlands. (Foto: Susanna Veenhuis)
 
„Dieses sehr feine und überaus charmante Festival ist der Beleg dafür, wie persönliches Engagement eines kleinen Vereins wirklich Großes bewirken kann“, hieß es in der Laudatio über das Lehrter Bluesfestival - die zur Preisverleihung nach Eutin mitgereisten Ehrenamtlichen des Freundeskreises Bluesfestival freuten sich riesig. (Foto: Susanna Veenhuis)
Lehrte: Rodelberg im Stadtpark Lehrte |

Ein Beitrag von Susanna Veenhuis - Gewinner des "German Blues Award" ist ausgerechnet das kleine, feine Lehrter Bluesfestival

LEHRTE (sv). Die Veranstalter wussten es ja schon seit einiger Zeit, und das Härteste für sie war es wohl, auch beim 31. Bluesfestival vor gerade zweieinhalb Wochen noch dicht zu halten. Aber jetzt ist es offiziell: Das Lehrter Bluesfestival ist das beste in ganz Deutschland! Beim "German Blues Award", den der Verein "Blues Baltica" in Eutin seit fünf Jahren veranstaltet, konnte das kleine Bluesfestival mit dem großen Programm bei der Abstimmung im Internet die meisten Stimmen verbuchen und trug damit den Sieg davon.
Der Zusammenhalt, der den Verein und damit auch die Festivalorganisation ausmacht, zeigte sich schon in der Zahl der Mitglieder, die – wieder einmal – ein Wochenende drangegeben hatten, um zur Preisverleihung nach Eutin zu fahren. Mit 19 Leuten konnte der Verein "Blues in Lehrte" im gesteckt vollen Brauhaus am Eutiner Marktplatz diese Auszeichnung feiern. Musikjournalist und Laudator Wolfgang Streitbörger ging in seiner Laudatio auch auf die Anfänge ein: „Das erste Festival ging 1984 an den Start und war wetterbedingt ein finanzieller Reinfall. Andernorts hätte man jetzt die berühmte Flinte ins Korn geworfen, aber nicht hier! Und der Durchhaltewille hat sich gelohnt, mittlerweile gab es gerade die 31. Auflage, wie immer am ersten 'Samstach' im September.
100 Prozent ehrenamtlich und handgemacht einschließlich Bühnenbau, Catering und was sonst noch dazu gehört, kommt das Festival im Grünen daher. Über 1000 Besucher zelebrieren jedes Jahr ein Festival, bei dem traditionell im Line up viel Raum für deutsche und internationale Künstler ist.
Es ist wirklich erstaunlich, was der Verein, mit eigentlich viel zu kleinem Budget, auf die Beine stellt. So ist ist dieses sehr feine und überaus charmante Festival der Beleg dafür, wie persönliches Engagement eines kleinen Vereins wirklich Großes bewirken kann.“
Auch Lehrte-Bluesfestival-Moderatorin Claudia Grumser kam in ihrer Dankesrede um die Wetterkapriolen nicht ganz herum, machte aber auch klar, wem diese Auszeichnung ebenfalls gilt – nämlich dem Publikum: „Klar bedeutet es reichlich Arbeit, so ein Festival zu wuppen. Manche sind das ganze Jahr damit beschäftigt. Keiner allein hätte das geschafft. Aber gemeinsam sind wir meist unschlagbar.
Und nur bei einem Stichwort sprudelt es nur so vor neuen Ideen, manchmal auch schräge, wo wir uns dann schön auf unserer Spielwiese austoben können. Bei den Vorbereitungen sind zirka 20 Leutchen dabei und beim Festival selber noch mal 60 bis 80.
Alles in Harmonie und schon so lange, dass natürlich auch viele andere Aktivitäten dadurch entstanden sind, wie Angeln gehen, Paddeln auf der Örtze, Renntrecker-Rasenmäherschrauben und und und. Auch deswegen nennen wir uns eigentlich Freundeskreis Bluesfestival.
Und wie wir jetzt wissen, kommt das beim Publikum und auch bei den Musikern gut an – meistens jedenfalls! Unser Anspruch war es schon immer, es den eingeladenen Musikern und den Besuchern – und damit letztlich auch irgendwie uns selbst – so schön wie irgend möglich zu machen. Aber wir können die geilsten Bands einladen und uns die abgefahrensten Sachen einfallen lassen: Wenn das Publikum nicht mitzieht, stehen wir am Rodelberch allein. Im Regen.
Ja, unser Publikum ist absolut wetterfest und ultragut drauf – sogar, wenn sie gar keine Bluesmusik mögen. Beim 31. Festival, das vor 2 Wochen stattfand, hat gleich zu Beginn direkt über unseren Köpfen ein amtliches Gewitter getobt. Der Platz war ein einziges großes Schlammloch. Auch das hat keinen gestört. Ganz im Gegenteil. An manchen Ecken hörte man: 'Boah, is ja geil, is ja wie Woodstock!'
Wenn unser Festival bei den Musikern, dem Publikum und uns selbst, mächtige Emotionen hervorruft und somit schöne Erinnerungen schafft und man noch lange Zeit den Satz: 'Weißt du noch, damals...' hört, ja dann haben wir wohl alles richtig gemacht.“
Grumser sprach auch der Jury ihren Dank für die Nominierung und natürlich auch den Fans für das Voting im Internet aus. „Für uns fühlt sich das an wie der Oscar des Blues“, schloss sie ihre Rede in Eutin.