Lehrstück über die Faszination von realer und virtueller Gewalt beim Kirchenkreis-Friedensfest Sievershausen

Wann? 22.05.2011 17:00 Uhr bis 22.05.2011 18:30 Uhr

Wo? Grundschule Im Kleegarten Sievershausen, Kantstraße 21, 31275 Lehrte DEauf Karte anzeigen
Der riskante Weg zum alltäglichen Frieden: Tim Schaller (l.) und Willi Schlüter im Theaterstück „Feindberührung 2.0“. (Foto: Theater in der List)
Lehrte: Grundschule Im Kleegarten Sievershausen |

„THEATER in der LIST“ spielt „Feindberührung 2.0“

LEHRTE/SIEVERSHAUSEN (r/kl). Das Theaterstück „Feindberührung 2.0“ (empfohlen ab 13 Jahre), welches das „THEATER in der LIST“ im Rahmen des Kirchenkreis-Friedensfestes am Sonntag, 22. Mai, von 17.15 bis 18.30 Uhr, in der Grundschule „Im Kleegarten“ Sievershausen, Kantstraße 21, aufführt, ist ein emotionales Lehrstück über die Faszination von realer und virtueller Gewalt und den riskanten Weg zum alltäglichen Frieden.
Gewalt spielt im Leben von Jugendlichen eine große Rolle, ob in der virtuellen oder realen Erfahrungswelt. Wie soll ich umgehen mit gewalttätigen Herausforderungen, ohne als „Opfer“, „Weichei“ oder „Schläger“ gebrandmarkt zu werden? Wie kann ich der Faszination von Waffen begegnen? Gibt es Übergänge von der virtuellen zur realen Gewalt? Was passiert mit meinem Kopf, meiner Seele, wenn ich stundenlang Gewaltphantasien am Computer auslebe?
Herr Baris, der bosnische Hausmeister einer Schule irgendwo in Deutschland, will die Theaterbühne aufräumen. Die Theatervorstellung „Touch Peace“ fällt aus, da die Theater AG sich zerstritten und aufgelöst hat. Er bemerkt die Zuschauer und ist verunsichert. Der Schüler Ben taucht auf. Er wurde von der Schulleitung zu zehn Stunden „Sozialdienst“ verdonnert, da man bei ihm eine Pistole entdeckt und konfisziert hat.
Die Begegnung dieser beiden verläuft anfänglich sehr wortkarg und abwartend. Ben ist genervt, aggressiv und voller Vorurteile gegen den Ausländer. Herr Baris beginnt zu verstehen, warum sich Ben seit Monaten in seine von Gewalt geprägte Computerwelt zurückgezogen hat. Daraufhin erzählt er von seinen eigenen Kriegserlebnissen in Bosnien, seiner Flucht und wie er damals in Deutschland neuen Lebensmut gefunden hat. Aber da ist noch ein Haken: die illegale Pistole von Herrn Baris. Und die Versuchung von Ben sie zu besitzen, um sein Problem zu lösen …
Diese Inszenierung hat keinen erhobenen Zeigefinger. Sie ist trotz des schwierigen Themas lustig und unterhaltend, doch auch nachdenklich und berührend. Mit tief bewegenden persönlichen Geschichten, komödiantischen Einlagen, aber auch knallharten Auseinandersetzungen geht es um das „Eingemachte“: um den Verlust der Ehre und was daraus folgen kann. Die Schauspieler bewegen sich in einer sensiblen Inszenierung trotz der grossen Verständigungsschwierigkeiten aufeinander zu. Sie zeigen Aufgeschlossenheit und sogar Mut einen neuen riskanten Weg zu gehen, um Frieden zu finden.
„Feindberührung 2.0“ ist eine Produktion des Hauses kirchlicher Dienste der Evangelisch-lutherischen Landeskirche und des „THEATERs in der LIST“. In der Inszenierung von Tim von Kietzell spielt Willi Schlüter den Hausmeister Herr Baris und Tim Schaller den Schüler.