„Lebendige Ahltener“ tauchen in die Geschichte des „Großen Freien“ ein

Barbara Hörstmann und Ursuka Prüße präsentierten den druckfrischen Ahltener Heimatkalender 2011. (Foto: HB Ahlten/Günter Friedrich)

Gut besuchter Stammtisch – Heimatkalender vorgestellt

LEHRTE/AHLTEN (r/kl). Es mussten noch Stühle hinzu gestellt werden, um allen Gästen des Stammtisches der Heimatbundgruppe „Lebendiges Ahlten“ einen Sitzplatz zu verschaffen. Dadurch wurde es ein wenig eng, aber gemütlich im herbstlich dekorierten Tagungsraum des Landhotel Behre. Die Vorsitzende Ursula Prüße freute sich besonders, dass sich auch etliche Neubürger an dem Thema interessiert zeigten.
Zur Einstimmung las sie vor, was die Sage darüber berichtet, dass unsere Heimat „Das Große Freie“ heißt. Da wird erzählt, dass unsere Vorfahren ihren Herzog im Kampf gegen die Spanier unterstützten und deshalb ihre Höfe mit vielen Rechten zu freiem Eigentum bekamen. Noch heute erinnert die Bezeichnung der „Spanische Friedhof“ im Ahltener Wald daran.
Ein aus dem Regionalmuseum in Rethmar entliehener Film stellte unterhaltsam und kurzweilig den Bezug von der Vergangenheit zur heutigen Zeit her. So erinnern in den 14 Ortschaften, die heute zu Lehrte, Sehnde, Hohenhameln und Hannover gehören, noch viele Namen an das Große Freie, unter anderem in Ahlten die Straße „Zum Großen Freien“.
Über die zahlreichen Rechte, die den Freien verliehen worden waren, konnte der Deputierte des Großen Freien, Heinrich Klußmann aus Lehrte, wissensreich und humorvoll Auskunft geben. Besonders das Recht zum Bierbrauen und das Recht der freien Jagd gaben Anlass für viele Fragen der Gäste, von denen einige interessante Details aus eigener Kenntnis beisteuern konnten.
Ungeachtet der heutigen kommunalen Grenzen gehören zu den „Freien“ heute noch einige Inhaber der früheren Reihestellen, von denen es in Ahlten ursprünglich 61 gab. Sie wählen Delegierte, die wiederum einen Deputierten küren. Er sei aber nur primus inter pares, wehrte Heinrich Klußmann allzu viel Ehrerbietung vor diesem wohlklingenden Titel ab.
Die Tradition des Großen Freien wird seit 1954 vor allem von der Schützenbruderschaft „Das Große Freie“ hoch gehalten, die 1963 mit dem Schießen um den historischen Silbervogel an eine alte Tradition der Großen Freien anknüpfte. Hierzu konnte Heinz Köneke, langjähriger Vorsitzender der Schützenbruderschaft, allerhand Wissenswertes berichten. So war eines der Gründungsmitglieder der Bruderschaft der Ahltener Berthold Wöhler.
Zum Ausklang des Stammtisches stellte der Vorstand den druckfrisch eingetroffenen Kalender für 2011 mit historischen Aufnahmen der Ahltener Gaststätten vor, der sogleich reißenden Absatz fand. Der Kalender ist unter anderem in den beiden Ahltener Kiosken und in der Volksbank für 12,50 Euro erhältlich.