Lars Klingbeil in Lehrte zu Gast

Matthias Miersch (von links), Lars Klingbeil, Kate Hermann und Corinna Fricke im IGS-Forum im Gespräch. (Foto: Gabriele Gosewisch)
 
Burkhard Mellentin (von links), Sophie Manicke, Lars Klingbeil und Matthias Miersch bei der Begrüßung an der IGS. (Foto: Gabriele Gosewisch)

IGS-Schüler stellen gute Fragen, auch an Matthias Miersch

LEHRTE (gg). Lars Klingbeil, Bundestagsabgeordneter und SPD-Generalsekretär, hat ein Versprechen eingelöst und ist nach Lehrte gekommen. „Mein Patenkind ist Schüler hier an der IGS-Lehrte, der Vater ist ein guter Kumpel von mir, und die Bitte nach meinem Besuch hier besteht schon lang, so habe ich Wort gehalten“, erklärte er bei seinem Besuch im Forum an der Südstraße zur ungewöhnlichen Begebenheit. Zwar besucht er recht häufig Schulen, spricht mit Schülern über Politik, allerdings finden diese dann in seinem Wahlkreis Rotenburg statt. Ihm zur Seite für die extra organisierte „aktuelle Stunde in der IGS-Südstraße“, bei der Schülervertreter aus jedem Jahrgang Fragen stellen konnten, stand der SPD-Bundestagsabgeordnete im hiesigen Wahlkreis Matthias Miersch. Mit betont unkompliziertem Auftreten, dem als erstes angebotenen gegenseitigen Duzen und der angewandten, sonst für moderne Vater-Kind-Gespräche typischen Didaktik und Rhetorik, entstand umgehend eine angenehme Gesprächsatmosphäre. Selbst schwierigste Themen, wie Kriegseinsätze mit deutscher Beteiligung, Lobbyismus oder Einhaltung von Klimazielen wurden im Plauderton abgearbeitet. Überzeugungen wurden dennoch transportiert, sie entsprachen in Gänze dem SPD-Wertekanon: Kriegseinsätze und Waffenlieferungen ja, aber nur wenn moralisch vertretbar, Lobbyismus gut, aber nur wenn er transparent ist, Klimaschutz-Maßnahmen dringend nötig, aber nur wenn die gesamtgesellschaftliche Akzeptanz nicht in das Wanken gerät. Einen Hauch knackiger und grüner wurden die Aussagen beim absehbaren Strukturwandel. Ein klares Ja bekannten Lars Klingbeil und Matthias Miersch, schließlich würden neue Jobs entstehen. Corinna Fricke und Kate Hermann, Schüler im Leistungskurs Politik, moderierten. Sie sorgten mit sehr guter Vorbereitung unter der Leitung von Lehrerin Sophie Manicke nicht nur für einen reibungslosen Ablauf, sondern auch für echten Informationsfluss. Als „richtig gut“, attestierten die Berufspolitiker die Schülerfragen, antworteten knapper und direkter als in Diskussionen in Fernseh-Talkshows. „Richtig gut“ fanden die Schüler die Antworten, weil „richtig erklärt wurde“, so der Tenor zum Auftreten der beiden verhältnismäßig jungen Berufspolitiker. Lars Klingbeil ist 41 Jahre alt, Matthias Miersch 50 Jahre. „Politik ist ein schwieriges Geschäft, aber man kann auch etwas bewegen“, so die beiden Politiker unisono auf die Frage nach ihrer Motivation. Rückblicke in die jeweils eigenen politischen Anfänge, wie dem Organisieren von Demos, wirkten Mut machend und authentisch für den Aufruf an die Schüler, den öffentlichen Druck für die Einhaltung des Klimaschutzes aufrecht zu erhalten: „Fridays for Future ist eine gute Sache. Jeder kann und sollte etwas tun, um Gutes für die Gesellschaft zu bewirken.“
„Das war eine offene Runde, ein offenes Gespräch, großartig“, sagte Schulleiter Bernhard Mellentin. Die von Lars Klingbeil und Matthias Miersch formulierte gesellschaftliche Anforderung, füreinander Verantwortung zu übernehmen, bestimme in der Integrierten Gesamtschule, schon dem Konzept nach, den Alltag.