Landespreise „Grüne Hausnummer“

Der Neubau der Familie Heinrich erhielt die Auszeichnung "Grüne Hausnummer". (Foto: Jan Heinrich)

Zwei Auszeichnungen gehen in die Region Hannover

Region (r/gg). Vier vorbildlich sanierte Wohngebäude und zwei Neubauprojekte werden in diesem Jahr mit dem niedersächsischen „Landespreis Grüne Hausnummer 2020“ ausgezeichnet. Zwei dieser Preise gehen in die Region Hannover. Die Wohnungseigentümer­gemeinschaft Bahnhofstraße aus der Wedemark bekomm einen dritten Preis in der Kategorie Sanierung und Familie Heinrich aus Lehrte erhält einen Neubaupreis „Zukunftshaus“. Der Preis würdigt bereits zum fünften Mal besonders herausragende Träger der „Grünen Hausnummer“ für energieeffizientes Sanieren und Bauen. Heute hat der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies die Preisträger bekanntgegeben.

Vier Preise in der Kategorie Sanierung
Der erste Preis in der Kategorie Sanierung geht an Swantje und Martin Theben aus Hitzacker. Sie haben das Gesindehaus einer alten Herrenmühle aus dem 18. Jahrhundert mit ökologischen und regionalen Baumaterialien wie Lehm, Holz, Holzfaser und Recyclingdämmstoffen saniert. Dabei haben sie den ursprünglichen Charakter des teilweise denkmalgeschützten Gebäudes erhalten und den KfW-Effizienzhausstandard 70 erreicht. Den zweiten Preis erhält Gerd Brummund aus Breese in der Marsch/Dannenberg für die Sanierung eines Zweifamilienhauses aus dem Jahr 1910 auf den für Altbauten sehr guten KfW-Effizienzhausstandard 55. Das Wohnhaus wird über ein Nahwärmenetz vom Heizsystem des Nachbargebäudes mit Wärme versorgt. Den dritten Platz hat die Jury in diesem Jahr zweimal vergeben: An Meike und Volker Gärtner für die aufwändige Sanierung eines denkmalgeschütztes Fachwerkhauses aus dem 17. Jahrhundert in der Goslarer Altstadt und an die Wohnungseigentümergemeinschaft Bahnhofstraße 32 aus der Wedemark, die ihr 70er-Jahre Wohnhaus gemeinsam energetisch saniert hat.

Zwei Neubauten ausgezeichnet
Den Neubaupreis „Zukunftshaus“ teilen sich zwei Gebäude, die jeweils für unterschiedliche Aspekte zukunftsfähiger Neubauten exemplarisch sind. Familie Heinrich aus Lehrte hat ein Passivhaus mit hohem Effizienzstandard und nachhaltigen Dämmmaterialien errichtet und dabei auch auf weitere nachhaltige Elemente wie ein begrüntes Garagendach und eine Regenwasserzisterne im Garten Wert gelegt. Das kombiniert sie mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe und einer großen Solarstromanlage auf dem Dach. Der Neubau der Eheleute Markert aus Uelsen ist ein technisch innovatives KfW-Effizienzhaus 40 Plus mit einer ins Dach integrierten Solarstromanlage und Wärmerückgewinnung aus der Abluft. Das Haus repräsentiert einen derzeit beliebten Gebäudetyp und eignet sich daher gut als Beispiel für andere Bauwillige.

Minister Lies lobt Einsatz der Preisträger
Die feierliche Verleihung der Auszeichnungen durch Umweltminister Olaf Lies wurde aufgrund der Covid-19-Pandemie verschoben und ist nun für das kommende Jahr geplant. Im Rahmen der Niedersächsischen Effizienz-Tagung Bauen und Modernisieren, gab der Minister aber bereits die Preisträger öffentlich bekannt. „Wir sprechen viel über die Hemmnisse und Probleme, die wir bei der Energiewende und besonders bei der Wärmewende haben. Doch es ist mindestens genauso wichtig, über Lösungen zu sprechen und die Beispiele derer bekannt zu machen, die aktiv werden und vorbildliche klimaverträgliche Gebäude errichten. Darum freue ich mich besonders, heute die Landespreisträger der Grünen Hausnummer für energieeffizientes Sanieren und Bauen der Öffentlichkeit vorzustellen“, so der Minister.

Beispielhaft für andere Gebäude
Lothar Nolte, Geschäftsführer der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen, die seit 2015 die Grüne Hausnummer verleiht, war auch Mitglied der Jury: „Wir haben bei der Entscheidung unter anderem Wert darauf gelegt, vorbildliche Beispiele für unterschiedliche Gebäudearten und Eigentumsverhältnisse zu wählen: In diesem Jahr haben wir zum ersten Mal eine Sanierung durch eine Wohnungseigentümergemeinschaft ausgezeichnet. Das Projekt der WEG Bahnhofstraße 32 zeigt, dass Sanierungsvorhaben auch in einer heterogenen Eigentümergemeinschaft gelingen können. Wichtig ist dabei eine gute Gesamtkoordination, die am besten durch Fachleute wie Architektinnen oder Energieberater übernommen wird. “