„Land unter“ am Sonntagabend in Arpke

Gut 20.000 Liter Wasser wurden aus dem Keller in den Güllewagen gepumpt. (Foto: Ralf D. Strietzel/privat)

Starkregen überflutete in Minuten mehr als 40 Keller

LEHRTE/ARPKE. Am Sonntagabend gingen in Arpke sintflutartige Regengüsse nieder, die dazu führten, dass innerhalb weniger Minuten mehr als 40 Keller, Garagen und Wohnräume bis zu 1,50 Meter unter Wasser standen. Auch Straßen standen teilweise unter Wasser. Die Feuerwehren Arpke, Immensen, Sievershausen, Röddensen und Kolshorn waren mit mehr als 70 Einsatzkräften mehrere Stunden beschäftigt, bis alle Einsatzstellen abgearbeitet waren.
Aufgrund der Vielzahl der gleichzeitig eingehenden Notrufe konnten die Einsatzstellen nur nach und nach angefahren werden. Viele Hausbewohner behalfen sich aber auch mit eigenen Tauchpumpen und pumpten damit ihre Keller leer. Sogar ein Güllewagen wurde als „Tankfahrzeug“ eingesetzt.
Zum Teil scheint das regelmässig wiederkehrende Problem an der Entwässerungssituation in Arpke zu liegen. Die Stadt hat nun versprochen, sich zu kümmern und schon am Montag Mitarbeiter entsandt.
Eine besonders außergewöhliche Geschichte war in der Waldparkstraße zu beobachten. Bei Hildegard Schröter war der gesamte Keller sowie der Vorplatz auf etwa 40 Zentimeter angestiegen und die kleinen Gartenpumpen konnten gegen die immer wieder aus dem Entwässerungssystem strömenden Fluten nichts ausrichten,
die Feuerwehr war noch anderweitig im Einsatz.
Da kam Nachbar Jan Tuchtenhagen auf die rettende Idee. Er lieh sich von Landwirt Eckhard Gades einen Güllewagen und Trecker, rangierte das übergroße Gerät souverän in die sehr enge Einfahrt des Grundstückes und pumpte etwa 20.000 Liter Wasser aus dem Keller, den Rest erledigten die hilfsbereiten Nachbarn
Lühning-Tuchtenhagen, Tenninger und Baden mit Gartenpumpen, Schaufeln und Eimern. Die gesamte Aktion dauerte bis spät in die Nacht.
Abgesehen davon, dass für die Stadt sicherlich Handlungsbedarf besteht, war hier nicht nur ein seltenes Schauspiel zu beobachten sondern auch die Tatsache, dass gewachsene nachbarschaftliche Strukturen eine wichtige Rolle für das Zusammenleben einer Siedlung darstellen.
Hildegard Schröter jedenfalls möchte diese Nachbarn nicht mehr missen denn ohne sie und die zündende Idee mit dem Güllewagen hätte der Keller wohl noch am Montag unter Wasser gestanden.