Kultusminister eröffnete in Hämelerwald Niedersachsens Vorlesetag

Alles da für den Lesegenuss aus einem guten Buch: Kultusminister Bernd Althusmann in seiner Vorleseecke in der Hämelerwalder Grundschulaula. (Foto: Walter Klinger)
 
Kraulte zu Beginn der Schülerfragen erst einmal Schulhündin Sarah: Kultusminister Bernd Althusmann, dem Schulleiterin Monika Langer für seine Vorlesestunde gerade ein Glas Wasser an den Sessel stellt. (Foto: Walter Klinger)

Bernd Althusmann las und plauderte in der Grundschule

LEHRTE/HÄMELERWALD (kl). Lesespaß in die Schule zu bringen war das Anliegen von Politikern und Prominenten beim bundesweiten Vorlesetag der Stiftung „Lesen“ am Freitag. Kultusminister Dr. Bernd Althusmann eröffnete für die 3.000 niedersächsischen Schulen die Aktion bereits am Donnerstag in der Grundschule Am Hainhoop in Hämelerwald - und hatte selbst viel Spaß mit den 135 GrundschülerInnen. Denen er er den Tipp gab: „Lesen ist viel besser als Computerspiele“. Und Vorlesen aus einem guten Buch – damit könnten die SchülerInnen ihren Eltern auch zu Weihnachten eine große Freude bereiten.
Nachdem bereits ein Autobahnstau den Zeitplan des obersten Schulherrn durcheinander gebracht hatte, begann der Ministerbesuch in Begleitung des Lehrter Landtagsabgeordneten Dr. Hans-Joachim Deneke-Jöhrens eigentlich so wie im Parlament: mit einer Fragestunde. Spontan wollten die Sechs- bis Elfjährigen zunächst erst einmal genau wissen, welchen familiären Hintergrund der Minister denn habe.
Der berufliche Status des Gastes war schnell abgehakt, von Schulleiterin Monika Langer und den Lehrkräften vorbereitet, wussten die Kinder sofort: „Du passt auf die Schulen auf!“. Noch die kritische Frage „bist Du wirklich Kultusminister?“, dann leitete das Streicheln von Schulhund Sarah (neuneinhalb Jahre) über zu den wirklich wichtigen Fragen: Bei fünf Kindern aus zwei Ehen und einem Hund („bei uns wird es nie langweilig“) fand der Minister schnell Akzeptanz. Ist jetzt aber auch recht genau über die private Tierhaltung in Hämelerwald orientiert: die Kinder bewiesen Althusmann, dass auch sie da schon mitreden können.
Nach einem Begrüßungslied „Wenn die wilden Winde stürmen“ wurde es für den Minister, im Sessel der hübsch dekorierten Vorleseecke mit geeigneter Leseslampe, und für die lauschenden Kinder so richtig gemütlich: In der klaren Intonation des Lüneburgischen, seiner Heimat, las Althusmann eine „Sams“-Geschichte aus dem siebten Buch dieser Reihe von Paul Maar. Als einst das erste erschien, ging der heute 44-jährige Minister noch selbst zur Grundschule.
An Aktualität hat dieser Lesestoff nicht verloren: Das bei Herrn Taschenbier wohnende Sams möchte in die Sams-Welt wechseln. Jetzt hat Herr Taschenbier, dessen Sohn und Enkel bereits nach Australien ausgewandert sind, natürlich Angst. Aber bei allen Auswanderer-Träumen: Erstmal die schönen Seiten des Zuhauses entdecken, war auch die Minister-Botschaft.
Und wie gesagt: Da wird es besonders gemütlich, wenn man zu Weihnachten einmal selbst den Eltern vorliest. Thomas Fitzner, Dezernent von der Landesschulbehörde, wird erfreut die Einschätzung der Schulleiterin mitgenommen haben, dass die Hämelerwalder Grundschulkinder beim Vorlesen sehr gute Fortschritte gemacht haben.
Nur Schulhündin Sarah zu Füßen des vorlesenden Gastes schien nicht ganz zufrieden, suchte ständig den Blickkontakt zu ihrem Herrn Taschenbier (Hausmeister Uwe Herbig): Ein Leckerli hätte dieser Mann da ja schon mitbringen können – der als Minister (dem man in der Adventszeit wegen der Verwechslungsgefahr eben keine Sarah-Leckerlis auf den Tisch legen kann) sonst ja sehr wohl um seine Versorgungsaufgaben weiß …