Kommt die MegaHub-Anlage Lehrte nun doch noch?

Würde Lehrte wieder zu einem bedeutenden Güterumschlagplatz machen: Die MegaHub-Anlage mit automatisierten Kränen und Sortiereinrichtungen zum Umladen von Lkw in Güterzüge. (Foto: BG MegaHub)

Bundesverkehrsminister kündigt Baustart für 2012 an

LEHRTE (kl). Auf dem Unternehmertag des Deutschen Speditions- und Logistikverbandes in Dresden hat Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) mit der Ankündigung, der Bau für die 100 Millionen Euro teure Container-Umschlaganlage im Güterverkehrszentrum (GVZ) am Lehrter Westring könne 2012 beginnen, für eine Überraschung gesorgt. Bahn und Logistikunternehmen freuen sich: Sie könnten den Güterverkehr von und zu den ausgebauten Seehäfen in Lehrte, wohin dann der Umschlag vom Günterbahnhof Linden verlegt würde, „vorsortieren“ und so drohende Verkehrsengpässe vermeiden. Gut 280 neue Arbeitsplätze würden in Lehrte entstehen.
Allerdings dauert das Hin und Her um die MegaHub-Anlage bereits mehr als anderthalb Jahrzehnte. Mit den Haushaltsberatungen des Bundes erreicht es immer wieder kurz vor Weihnachten Aktualität – die örtlichen Bundestagsabgeordneten Dr. Maria Flachsbarth (CDU) und Dr. Matthias Miersch (SPD), die in dieser Sache auch bereits gemeinsame Vorstöße unternommen haben, können schon ein Lied davon singen.
Andererseits hatte das Projekt im vergangenen Jahr nur knapp die notwendige Priorität verfehlt und sind die Steuerschätzungen auf Grund der wieder anlaufenden Konjunktur in diesem Jahr positiver ausgefallen. Im Lehrter Rathaus und im Regionshaus Hannover erinnert man sich nur zu gut an den Vorstoß von Ministerpräsident David McAllister, der bei einer Versammlung einer Industrie- und Handelskammer der (finanziell gar nicht vertretbaren) Erweiterug der A 2 um jeweils eine Fahrspur das Wort redete. War die Ankündigung des Bundesministers ein ähnliches spontanes „Geschenk“?
Die Region Hannover hat nun – nachdem das zuständige Referat im Bundesverkehrsministerium die Absicht zum MegaHub-Baubeginn 2012 inzwischen bestätig hat – den Bund zur Konkretisierung seiner Förderungsabsicht aufgefordert.
Eine Betreibergesellschaft für die Anlage mit automatischem Umladen und Sortieren von Containern von der Straße auf die Schiene ist bereits gegründet. Bei Verwirklichung des 100 Millionen-Projektes würde sie auf 80 Beschäftigte anwachsen. Mit 200 zusätzlichen Arbeitsplätzen wird im Umfeld der Umschlaganlage gerechnet, die auch aus Sicht des Landes als Vorstation des Jade-Weser-Ports absolut notwendig ist.
Im Lehrter Rathaus wie in der Region wartet man indes erst einmal ab – zu oft schien der Startschuss für MegaHub in Lehrte ja schon zum Greifen nah …