Klinikums-Gleichstellungsbeauftragte berichtete beim SoVD-Frauenfrühstück in Sievershausen

Vier Frauen, ein Thema (v.l.): Gisela Seffers (SoVD) mit den Gleichstellungsbeauftragten Irla-Mareen Gonzales und Petra Mundt sowie der SoVD-Kreisfrauensprecherin Christa Huwald. (Foto: SoVD/H.-E. Seffers)
 
Der Vortrag beim beim SoVD-Frauenfrühstück hatte aufmerksame Zuhörerinnen. (Foto: SoVD/H.-E. Seffers)

Flexibilisierung von Kinderbetreuung würde es vielen Frauen leichter machen

LEHRTE/SIEVERSHAUSEN (r/kl). „Wenn eine allein träumt, bleibt es ein Traum. Träumen viele gemeinsam, ist es der Anfang einer neuen Wirklichkeit.“ Mit diesem abgewandelten Sprichwort des brasilianischen Menschenrechtskämpfers Dom Helder Camara gab die Gleichstellungsbeauftragte der Region Hannover, Petra Mundt, in ihrem Grußwort beim Frauenfrühstück des Sozialverbandes Sievershausen (SoVD) ihrer Hoffnung Ausdruck, dass die immer noch bestehende Ungleichbehandlung von Frauen bald der Vergangenheit angehören möge.
Zuvor hatte die Sievershäuser SoVD-Vorsitzende Gisela Seffers rund 60 interessierte Zuhörerinnen beim Frauenfrühstück im „Haus der Vereine“ begrüßen können, darunter die Lehrter Gleichstellungsbeauftragte Anette Wiede, die Vorsitzende des Sozialausschusses Gitta Bührich und die SoVD-Kreisfrauensprecherin Christa Huwald.
Anette Wiede wies darauf hin, dass die Lehrter Frauenkulturwoche in diesem Jahr unter dem Motto „Frauen gestern-heute-morgen“ stattfindet und daran erinnern soll, dass der Internationale Frauentag bereits seit 100 Jahren begangen wird.
Der Ortsbürgermeister und SoVD-Kreisvorsitzende Hans-Egon Seffers freute sich, dass Sievershausen auch in diesem Jahr wieder Austragungsort einer gut besuchten Veranstaltung im Rahmen der Frauenkulturwoche sei. SoVD-Kreisfrauensprecherin Christa Huwald machte in ihrem Grußwort deutlich, wie wichtig der gegenseitige Gedankenaustausch sei.
Als Hauptrednerin der Veranstaltung berichtete die Gleichstellungsbeauftragte des Klinikums der Region Hannover, Irla-Mareen Gonzales, in einem anschaulichen Vortrag über ihre Arbeit. Das Gleichstellungsreferat des Klinikums sei für 7.500 Beschäftigte, davon 76 Prozent Frauen, zuständig. In Zeiten knapper Ressourcen im Gesundheitswesen, zunehmender Arbeitsverdichtung in einem Betrieb, in dem 365 Tage im Jahr rund um die Uhr gearbeitet wird, sei dies keine leichte Aufgabe.
Im Mittelpunkt der Gleichstellungsarbeit stünden die Chancengleichheit von Frauen und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Besonders schwierig sei die Situation von Frauen, die alleinerziehend sind. Lebensphasenmodelle und Elternarbeitsplätze in den Krankenhäusern wären ein Lösungsansatz.
Gegenüber der Politik formulierte Gonzales drei Forderungen: „Erstens: Frauen im Pflegedienst erhalten bei hoher Belastung ein zu geringes Entgelt; deshalb ist eine adäquate Bezahlung unerlässlich.
Zweitens: Eine Flexibilisierung von Kinderbetreuung würde es vielen Frauen leichter machen; ideal wäre eine 24-Stunden-Betreuung.
Drittens: Das Renteneintrittsalter muss gesenkt werden. In der Pflege ist es bei den heutigen Anforderungen nicht zu schaffen, bis zum 67. Lebensjahr zu arbeiten.“ Dann gab es noch ein Lob: Im Bereich der Stadt Lehrte sei die Kinderbetreuung offensichtlich gut aufgestellt, denn im Regionskrankenhaus Lehrte gäbe es in dieser Hinsicht weniger Probleme als an den anderen Standorten. Das freute natürlich die anwesenden Ratspolitikerinnen.
Nach einer anschließenden Diskussion bedankte sich Gisela Seffers bei den Rednerinnen mit einem bunten Frühlingsstrauß. Beim anschließenden Frühstück, von Edith Grundstedt mit ihren Helferinnen auf gewohnt leckere Weise angerichtet, fand ein reger Gedankenaustausch statt.