Kleinkunst in Lehrte mit großer Wirkung: Fast 800 begeisterte Zuschauer/innen

Monsieur Chapeau will bei seinem Balance-Act hoch hinaus. (Foto: Horst-Dieter Brand)
 
Malte Strunk jonglierte mit bis zu vier Diabolos. (Foto: Horst-Dieter Brand)
Lehrte: Kurt-Hirschfeld-Forum |

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand - Bei jetzt zwei Vorstellungen dennoch jeweils ein "volles Haus"

LEHRTE (hdb). Die Mischung macht’s – und ein Multitalent wie Rosemie Warth: Sie tanzt Spitze wie eine Primaballerina, singt verträumt wie eine Operndiva, gestikuliert wie die legendäre Marlene Jaschke und bläst Alphorn wie ein Schweizer Bergsteiger. An dem durchschlagenden Erfolg des vierten Kleinkunst-Abends hatte die schwäbische Quasselstrippe jedenfalls den unbestreitbar größten Anteil.
Schon zur Pause nach gut einer Stunde waren Ingrid Schwerdtfeger und Manfred Tschäke aus Immensen ganz aus dem Häuschen. „Ich bin begeistert von dem Temperament und dem Humor dieser Frau, da muss man einfach lachen“, schwärmte die erstmalige Besucherin der Lehrter Kleinkunst über den flotten Auftakt der zweistündigen Show.
Ihr Begleiter pflichtete ihr bei: „So ein hohes Niveau hatte ich nicht erwartet, und ihr schwäbischer Dialekt gefällt mir besonders gut, weil er mich an Bekannte erinnert.“ Beide waren sich einig: „Wir kommen bestimmt wieder.“
Die „Macher“ vom Stadtmarketing, Sonja Truffel und Udo Gallowski, hatten aber auch ein im Vergleich zum Vorjahr besonders glückliches Händchen bei der Zusammenstellung des Programms. Dreh- und Angelpunkt war Rosemie Warth, die nicht nur die einzelnen Nummern locker-flockig anmoderierte, sondern in immerhin acht Auftritten ihre Vielseitig- und Schlagfertigkeit als Entertainerin und Komikerin unter Beweis stellte - mit Hornbrille, strenger Frisur, farblich variierenden Faltenröcken(„in jedem Jahr kommt eine Falte dazu“) und einem unverwechselbaren Schnalzgeräusch wie bei einem explodierenden Sektkorken.
Die „Stimmung“ hatte sie vorsichtshalber gleich selbst mitgebracht - versteckt unter ihrem Faltenrock in Form von Konfetti. Den verstreute sie großzügig und assistiert von „Peter“ aus der ersten Reihe im Kurt-Hirschfeld-Forum („Man weiß ja nie, wie die Stimmung zuhause ist“). Den „Lehrter Enthusiasmus“ spürte die Moderatorin trotzdem und lieferte auch gleich noch als „Präsidentin des Vereins bewegungsloser Damengymnastik, Treffen einmal pro Quartal“ eine urkomische „Original-Choreografie“ mit „klappernden Zähnen“ unter Zuhilfenahme von wiederverwertbaren Lutschbonbons.
Gegen das Feuerwerk ihrer Komik und ihren Angriff auf die Lachmuskeln der aufgekratzten Zuschauer hatten es die anderen Künstler nicht ganz leicht. Dass der junge Malte Strunk – laut Warth „noch frisch auf dem Markt“ - mit seinen optisch und technisch anspruchsvollen Jonglagen mit Diabolos und Flummi-Bällen und Johannes Flöck „im Zwickmühlenalter“ mit seiner Standup-Comedy trotzdem uneingeschränkten Anklang fanden, sprach für deren künstlerisches Kaliber.
Das galt erst recht für Monsieur Chapeau mit seiner atemberaubenden Balance-Show auf Koffern, Brettern und Rollen. Das Akrobatik-Duo Kira Lefebre und Steven Spiby mit einer „Weltpremiere in Lehrte“ sowie sechs Paare aus der Tanzschule Jegella mit einer Abba-Reminiszenz ergänzten das diesmal auch in eine professionelle Lichtregie und einige Nebeleffekte getauchte Programm. Dessen Realisierung war wiederum durch das Sponsoring der Sparkasse Hannover ermöglicht worden. Deren Vertreterwurden deshalb auch beim großen Finale in den beifallumrauschten Dank des Publikums einbezogen.