Kleingärtner können kommen

Den symbolischen Spatenstich für die Kleingarten-Kolonie am Hohnhorstweg leisteten Cord Molsen (von links), Klaus Sidortschuk und Peter Hinze. (Foto: G. Gosewisch)

Klaus Sidortschuk übergibt Fläche am Hohnhorstsee, Landwirt blickt mit Wehmut auf früheres Ackerland

LEHRTE (r/gg). „Das Kleingartenglück kann kommen“ sagte Bürgermeister Klaus Sidortschuk bei der offiziellen Übergabe der drei Hektar große Hohnhorstweg-Fläche an Peter Hinze, Vorsitzender des Lehrter Bezirksverbands der Kleingärtner. Er vertritt den Kleingartenverein Hoffnung, dessen Kolonie an der Manskestraße aufgelöst wurde. Die neue Fläche bietet Platz für 61 Parzellen. Sie sind zwischen 260 und 460 Quadratmeter groß. Kleingärtner, die eine Parzellen pachten, haben mit Kosten in Höhe von 400 Euro pro Jahr zu rechnen. Die Nachfrage sei allerdings schleppend, so Peter Hinze, nur fünf Pachtverträge seien bisher unterschrieben. „Es gibt aber einige ernsthafte Interessenten“, betont er. Im Kleingartenverein Hoffnung stünden die Zeichen noch auf Auflösung. „Noch sind es 80 Mitglieder, doch mit Beginn des neuen Jahres werden es weniger als 20 sein“, räumt Peter Hinze ein. Dass die neue Kolonie langsam wachsen werde, sei klar gewesen. Er zeigt sich zuversichtlich, dass mit Baubeginn der ersten Lauben am Hohnhorstsee schnell weitere folgen werden und dann auch die Mitgliederzahl wieder wächst. „Das Vereinshaus wird ja auch noch gebaut“, ergänzt Klaus Sidortschuk. Dass nun nach zweijährigem Verfahren alle zur Umsiedlung gehörenden Verträge unterschrieben seien, freue ihn sehr. Alles in allem stehe eine Million Euro zu Buche, darin enthalten seien aber Entschädigungszahlungen in Höhe von 400.000 Euro. Die Erschließung der Parzellen mit Wegen und Stromversorgung ist bereits erfolgt. Ein Zaun ringsum steht schon längst. Auch der Bau zweier Lauben ist in dem Millionenbetrag enthalten. Sie werden an Parzellenpächter verkauft, gegen eine Ablösesumme, die dem Kleingartenverein zugute kommt. „All das sind Maßnahmen, um zügig zu einer neuen Vereinsgemeinschaft zu kommen“, sagt Klaus Sidortschuk. Dennoch stehe mit dem Millionenbetrag eine große Summe auf dem Papier, die einen Hinweis gebe, wie hoch der Druck an anderer Stelle sei. Die Schaffung von Wohnraum sei politisch ein so drängendes Thema, dass alles dafür machbar gemacht werde, eben auch die Umsiedlung der Kolonie von der Manskestraße, wo Wohnbebauung entstehen soll, zum Hohnhorstsee. „Und Alternativen in der Flächennutzung hatten wir nicht“, betont der Bürgermeister. Alternativlos steht dagegen nun Landwirt Cord Molsen da. „Die Fläche abzugeben kostet Überwindung und tut schon sehr weh“, sagt er. Für die landwirtschaftliche Produktion bekommt er keinen Ersatz. „Es gibt nichts zu pachten oder zu kaufen in der Umgebung“, so sein Hinweis. Über den Bebauungsplan hat die Stadtverwaltung die Fläche als Kleingartenland gesichert, einen Pachtvertrag zwischen dem Kleingartenverein Hoffnung und Besitzer Cord Molsen vermittelt. Mehrere Abteilungen der Stadtverwaltung waren in das Projekt einbezogen: Fachdienst Stadtplanung mit Leiterin Anja Hampe, Fachdienst Grünplanung mit Leiter Volker Kemmlung, Fachdienst Straßenverkehr mit Leiter Markus Baumgarte. Um die Infrastruktur für die neue Kleingartenfläche kümmerte sich der städtische Mitarbeiter Manfred Kruse, um die Finanzen und Liegenschafte die städtische Mitarbeiterin Rosemarie Wilhelm. Auf der Fläche der alten und geräumten Kleingartenkolonie an der Manskestraße sollen 240 Wohneinheiten entstehen, davon 50 als geförderter Wohnraum, so die grobe Prognose von Klaus Sidortschuk.