Klawunde: "Mit Wahrendorff begann moderne Psychiatrie"

Schon zur Eröffnung reges Interesse fand die neue Sonderausstellung des regionalmuseums Sehnde (auf dem Gutshof Rethmar) zum 150-jährigen Bestehen des Klinikums Wahrendorff. (Foto: RMS)

Jubiläumsausstellung aus dem Regionalmuseum kommt auch nach Ilten

SEHNDE/RETHMAR (r/kl). Für den 150. Geburtstag des Klinikums Wahrendorff habe es schnell die Idee einer Ausstellung mit Objekten aus dessen Geschichte von den einstigen Krankenanstalten bis zum heutigen "Wahren Dorff" gegeben, berichtete der 1. Vorsitzende des Vereins Regionalmuseum Sehnde (RMS), Erhard Niemann, bei der Eröffnung der ebenso schnell in die Tat umgesetzten Sonderausstellung in den RMS-Räumen auf dem Gutshof Rethmar (Gutsstraße 16).
Das Angebot des Regionalmuseums, eine solche Schau zu organisieren, sei da garade recht gekommen. Auch Wahrendorff-Geschäftsführer Alfred Jeske zeigte sich vor zahlreichen prominenten Gästen bei der Ausstellungseröffnung voll des Lobes über das ehrenamtlich betriebende Museum.
Unter den ersten interessierten Gästen waren die die Bundestagsabgeordnete
Dr. Maria Flachsbarth (CDU), die Landtagsabgeordneten Dr. Silke Lesemann (SPD) und Christoph Dreyer (CDU) sowie der Bürgermeister der Stadt Sehnde, Carl-Jürgen Lehrke und mehrere Ortsbürgermeister, die sich sehr interessiert an den Exponaten zeigten.
Die Ausstellung zum Wahrendorff-Jubiläum zeigt viele historische Exponate aus der 150-jährigen Geschichte des Klinikums. Auf Grund eines Aufrufes im Februar, haben sich beim Museum erfreulicher Weise zahlreiche Leihgeber mit interessanten Gegenständen gemeldet und diese zur Verfügung gestellt.
Die Stellvertretende Regionspräsidentin Doris Klawunde ließ in einer packenden Festrede zur Ausstellungseröffnung die Geschichte des psychiatrischen Krankenhauses in Ilten Revue passieren. Der Gründer Ferdinand Wahrendorff sei mit seinem Konzept als Mitbegründer der modernen Psychiatrie in Deutschland anzusehen.
Klawunde erinnerte auch daran, dass das Klinikum während der Nazizeit viele
Menschen vor dem Euthanasieprogramm der Machthaber gerettet habe. Heute sei Wahrendorff neben vielfältigen klinischen und ambulanten Angeboten mit einem offenen Konzept auch zu einem kulturellen Treffpunkt weit über den Kreis der Bewohner und Betroffenen hinaus geworden.
Die Sonderausstellung zum Klinikums-Jubiläum im Regionalmuseum ist sonntags von 14.30 bis 17.30 Uhr geöffnet. In der Zeit vom 30. Juni bis zum 8. Juli werden die Exponate in der Juliane-Wahrendorff-Klinik in Ilten gezeigt.