Klaus Sidortschuk jetzt offiziell Bürgermeisterkandidat der SPD Lehrte

Nach der Versammlung mit seiner Wahl zum SPD-Bürgermeisterkandidaten zeigte sich Klaus Sidortschuk (hinten, Mitte) ganz entspannt im Mitgliederkreise. (Foto: Walter Klinger)

Dreiviertelmehrheit in nichtöffentlicher Mitgliederversammlung

LEHRTE In einer nichtöffentlichen Versammlung im Saal des Restaurants „Zur Rübe“ hat der SPD-Ortsverein (= Stadtverband) Lehrte mit einer Dreiviertelmehrheit (49 Ja-, 10 Neinstimmen, 5 Enthaltungen) der 64 anwesenden GenossInnen den 47-jährigen Ministerialbeamten und Vorsitzenden der Kernstadt-SPD, Klaus Sidortschuk, zu ihrem Kandidaten für die Nachfolge der nicht wieder antretenden Bürgermeisterin Jutta Voß gewählt.
Mit dem Ergebnis und der Wahlbeteiligung zeigten sich sowohl der Kandidat wie auch der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Dr. Bodo Wiechmann zufrieden. Die Beteiligung habe in der Mitte des bei Mitgliederversammlungen üblichen Besuchs gelegen. Viele Mitglieder hätten sich auch bereits bei den drei, ebenfalls internen, Vorstellungsabenden für die örtlichen SPD-Abteilungen informiert.
Im Vorfeld wollten Gerüchte von einem zweiten Kandidaten wissen, der sich noch während der Versammlung melden werde. Einen solchen habe es nicht gegeben, stellten Wiechmann und Sidortschuk klar.
Die Diskussion bei der Versammlung, bei der jedes Mitglied die Gelegenheit haben sollte, sich ohne den Druck durch die Beobachtung der Presse äußern zu können, sei so engagiert gewesen, wie es auch der Wahlkampf der SPD sein werde. Als Schwerpunktthemen fest vorgemerkt seien bereits die Erarbeitung von Konsequenzen aus dem Alterswandel in der Gesellschaft, darunter aber auch die Steigerung der Attraktivität der Stadt, der Wirtschaft und Verwaltung für junge Familien und Arbeitskräfte, sowie die Frage nach den notwendigen Krippenplätzen, deren Zahl wohl deutlich über die geforderten 35 Prozent hinaus gehen müsse.
Ins Auge gefasst seien zwei öffentliche Diskussionsforen zu den wichtigsten Themen des Wahlprogramms, für das Beiträge auch von den noch aufzustellenden KandidatInnen für die Ortsräte und den Stadtrat erwartet würden.
Das Thema OBI-Baumarkt, das die Lehrter SPD gespaltet hatte, sei nicht mehr direkt angesprochen worden. Sidortschuk, der als „Rats-Rebell“ gegen OBI an der vorgesehenen Stelle und für den Bürgerantrag gegen das Projekt (und die Fraktionsmehrheit) gefochten hatte, habe aber versichert, als gestandener Demokrat Mehrheitsbeschlüsse, wenn sie denn gefallen seien, auch mitzutragen.
Eine Diskussion über die politische Richtung gäbe es natürlich oft, mehr als 600 einvernehmliche Abstimmungen der SPD im Stadrat, bei eben dieser einen Ausnahme, machten aber deutlich: „Die Gestaltungsmöglichkeit liegt noch immer bei der SPD,“ so Bürgermeisterkandidat Sidortschuk.