Klaus Sidortschuk gewinnt, aber nicht genug

Im Rathaus am Abend nach der Bürgermeisterwahl verfolgten die Kandidaten Oliver Gels (von links), Klaus Sidortschuk und Frank Prüße die Bekanntgabe der Auszählung. (Foto: Gabriele Gosewisch)

Ergebnis der Lehrter Bürgermeisterwahl: Stichwahl folgt

LEHRTE (gg). Mit 8,6 Prozent setzt sich Amtsinhaber Klaus Sidortschuk, SPD, von seinem stärksten Konkurrent im Bürgermeister-Wahlkampf, Frank Prüße von der CDU, ab. Er gewinnt also deutlich, es reicht aber nicht, denn nötig sind mehr als die Hälfte der abgegebenen Stimmen. So wird es in Lehrte am 16. Juni eine Stichwahl geben. Klaus Sidortschuk bekam 9.232 Stimmen, das sind 41,8 Prozent der abgegebenen, Frank Prüße liegt deutlich dahinter mit 7.335 Stimmen und 33,2 Prozent. Ohne Parteizugehörigkeit schaffte Oliver Gels beachtliche 19,7 Prozent. Das sind 4.345 Stimmen. Thomas Ganskow, Piraten-Partei, bekam 1.192 Stimmen, das sind 5,4 Prozent.
„Den etablierten Parteien ein Signal zu setzen“, war Oliver Gels wichtig. Er sagt: „Das ist voll und ganz gelungen.“ Schließlich sei sein Ziel eine zweistellige Prozentzahl gewesen, und dass die nun sogar dicht an den 20 Prozent liege, sei sehr gut.
Ob er Frank Prüße für die Stichwahl Unterstützung leistet, ist offen. Frank Prüße sagt: „Wir liegen mit unseren Zielen sehr dicht beieinander.“ Zudem vertraue er auf die bisherige gute Gruppenarbeit im Rat mit den Piraten, so dass „eine Mobilisierung für die Stichwahl“ gelingen könne.
Klar ist nach der Wahl, dass die Ortschaften sehr unterschiedliche Ergebnisse aufzeigen. Bürgermeister Klaus Sidortschuk erhielt überdurchschnittlich viele Prozentpunkte in Sievershausen, Steinwedel und Hämelerwald. Frank Prüße punktete in Aligse, Ahlten und Kolshorn mit deutlichem Abstand vor Klaus Sidortschuk. In Immensen sind beide im Wahlervotum fast gleich auf. 
Doch welche Themen und Botschaften können bis zur Stichwahl überhaupt noch gesetzt werden? Frank Prüße will mit Engagement für Transparenz im städtischen Haushalt werben. Das starke Anliegen Thomas Ganskow, eine Offenlegung der Budgets, beispielsweise für Gutachten oder Beratung, die von der Stadtverwaltung eingekauft werden, sei auch seins. Zudem gehe es natürlich darum, die grünen Themen konkreter zu beschreiben. Frank Prüße sagt: „Ich habe manchmal den Eindruck, Landwirte und Naturschützer sprechen zwei Sprachen, was ich überbrücken möchte und wofür ich schon Vorbereitungen getroffen habe.“ Und, „Umweltschutz kostete gar nicht so viel, wenn man es vernünftig macht“, so seine Meinung. Die lokale Wirtschaft stärken, professionelle Wirtschaftsförderer einsetzen, sei wichtig und richtig.
Lehrter Beiträge zum Umweltschutz sieht Frank Prüße beispielsweise auch in der E-Mobilität und im Ausbau der Lade-Infrastruktur. „Mit unserem strategischen Plan aus der Zusammenarbeit im Rat mit den Grünen sind wir damit schon vorangeschritten“, sagt Klaus Sidortschuk. Dass es zu einer Stichwahl kommt, sei sein erwartetes Ergebnis gewesen – bei vier Kandidaten „eine rechnerisch eigentlich unvermeidbare Situation“. Klaus Sidortschuk dankt den Wählern ausdrücklich für das in ihn gesetzte Vertrauen. Dass die Lehrter Grünen ihn unterstützt haben, sei sehr wichtig gewesen. Er sagt: „Jetzt gehen wir mit Volldampf in die Stichwahl.“