Klagemauer aufgebaut

Der Glockenturm der Markusgemeinde bietet bis Ostern einen besonderen Platz für Gebete. (Foto: Privat)

Passionszeit in der Markusgemeinde

Lehrte (r/gg). Mit dem Beginn der Passionszeit hat die Markusgemeinde, Am Distelborn, in bewährter Weise eine kleine Klagemauer am Glockenturm aufgebaut. Sie soll den Gläubigen als Ort des Gebets dienen. Die Tradition der Klagemauer stammt aus Israel. In Jerusalem wird die westliche Stützmauer des Tempelplatzes Klagemauer genannt. Juden nutzen sie als Ort des Gebets. Sie stecken gerollte Zettel mit Gebeten in die Spalten und Ritzen der Mauer.
Pastorin Sophie Anca schreibt: "Gerade jetzt, nachdem Putin die Ukraine überfallen hat und mitten in Europa ein Krieg tobt, sind viele Menschen geschockt und verunsichert. Und auch sonst gibt es vieles, was den Menschen auf der Seele liegt. Die Gemeinde möchte den Menschen so einen Ort anbieten, an dem sie ihren Kummer vor Gott bringen können." Die Klagemauer ist als Ort für eigene Gebete gedacht; ein Ort für die eigene Klage, für Lasten und Sorgen, Nöte und Wünsche, für geheime Anliegen, die niemand außer Gott hören soll. Jeder der mag, kann vorbeikommen und seine Gedanken auf ein Blatt Papier schreiben und gerollt in eine der kleinen Rollen stecken, die an der Klagemauer zu finden sind. Die Klagemauer ist für die gesamte Passionszeit geöffnet, beendet wird die Aktion an Ostern, dann werden all die Zettel ungelesen im Feuer verbrannt.