Kirche der Apostelgemeinde Arpke strahlt nach der Renovierung in warmen Farben

Beim Festgottesdienst anlässlich der Einweihung der renovierten Kirche ließ Pastor Jochen Roth in buchstäblichem Sinn die Kinder zu sich kommen. (Foto: Horst-Dieter Brand)
Lehrte: Apostelgemeinde Arpke |

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand - Unter Denkmalschutz stehendes Gotteshaus wurde vor 130 Jahren erbaut

LEHRTE/ARPKE (hdb). „Freut euch, freut euch, der Herr ist nah’, freut euch und singt Halleluja“: Zu dieser, per Beamer an die Wand projizierten Aufforderung hatte die Apostelgemeinde allen Grund. Die kleine Kirche der selbständigen evangelisch-lutherichen Kirchengemeinde (SELK) an der Hauptstraße war in dreimonatiger Bauzeit von Grund auf renoviert worden.
Den Festgottesdienst gestalteten Pastor Jochen Roth und die Bläsergruppe „Arpker Blech“, die sich aus Musizierenden der beiden örtlichen Posaunenchöre zusammensetzt. Das ist nicht ganz so außergewöhnlich wie die Tatsache, dass es in der Lehrter Ortschaft gleich drei christlichen Gemeinden gibt, die zweimal pro Jahr auch einen gemeinsamen Gottesdienst feiern. Neben der evangelischen Landeskirche und ihrem Gotteshaus „Zum Heiligen Kreuz“ und der SEKL existiert auch noch die Freikirchliche Gemeinde.
Die Sanierung der Kapelle an der Hauptstraße hat rund 140.000 Euro gekostet. Zur Finanzierung war die große Spendenbereitschaft der etwa 120 Gemeindeglieder ebenso erforderlich wie ein Zuschuss des Johannes-Bugenhagen-Vereins aus Hamburg sowie ein Darlehen der übergeordneten Kirchenleitung. Um die Planung und Realisierung der Arbeiten haben sich Architektin Heike König und der Bauausschuss-Vorsitzende Peter Fauteck besondere Verdienste erworben. Wichtigste Maßnahmen waren die Isolierung der Wände, neue Spitzbogenfenster, die mehr Tageslicht hereinlassen und ein neues Heizsystem.
Alle Innenräume erhielten außerdem einen Farbanstrich in hellem Grundton. Während der Renovierungsarbeiten mussten die Gläubigen ins benachbarte Gemeindehaus ausweichen oder nach Seershausen im Landkreis Gifhorn fahren, wo Pastor Roth, seit 2010 in Arpke seelsorgerisch tätig, eine zweite Gemeinde betreut, wie Annegret Schöne als Mitglied des Kirchenvorstandes die Einschränkungen während der dreimonatigen Umbauphase schilderte.
Dem Festgottesdienst schloss sich ein Empfang an, in dessen Verlauf der Pastor an die Grundsteinlegung des Gotteshauses vor 130 Jahren auf einem vom Köthner Heinrich Becker zur Verfügung gestellten Grundstück und die eigentliche Keimzelle der SELK im Jahr 1876 auf dem Lüderschen Hof in Immensen erinnerte. Die Abspaltung geschah damals wegen des Eingriffes der Staatsgewalt in kirchliches Hoheitsrecht durch die Einführung eines neuen Trauungsformulars. Die Grüße des Ortsrates überbrachte der stellvertretende Ortsbürgermeister Carsten Milde, der seinen Eindruck so zusammenfasste: „Die renovierte Kirche ist so freundlich wie ihre Gemeinde, die ein verlässlicher Bestandteil von Arpke ist“.