Kinderkarnevals-Rückgang in Lehrte, aber nicht bei der Stimmung!

Natürlich den Minifunkenmariechen gehörte der – zusammen mit den Jugendfunken gestaltete – erste Auftritt beim kleinen Prunksitzungs-Programm des Kinderkarnevals am Sonntag in der „Frickburg“ Sievershausen. (Foto: Walter Klinger)
 
Auch wenn die Kinder weniger werden, bleibt kindliche Freude am (Kinder-)Karneval doch auch bei den Erwachsenen (hier Ex-Karnevalsprinz Sven Heise als Klapperstorch mit seiner Frau Silke im Bienenkostüm). (Foto: Walter Klinger)

Kleiner Prinz sagt den großen Jecken so richtig (humorig) die Meiung

LEHRTE/SIEVERSHAUSEN. Nochmals einen lebendigen Stimmungshöhepunkt setzten zum Ende der diesjährigen Jeckensaison am vergangenen Wochende die traditionellen Kinderkarnevalsveranstaltungen. Allerdings ging es dabei fast überall weniger turbulent zu als noch in den Vorjahren, denn die zahlenmäßige Beteiligung geht deutlich zurück. Was aber keinesfalls darauf schließen lässt, dass der Spaß am Karneval selbst in der hiesigen Region nachgelassen hätte …
Selbst in der Jeckenhochburg Sievershausen, bei Niedersachsens viertältester Karnevalsgesellschaft „SOS“, feierten am Sonntag nur knapp 100 Kinder. „Mehr Kinder in dieser Altersstufe haben wir einfach nicht mehr im Dorf,“ bekannte der Ex-Karnevalsprinz Sven Heise (Session 2009/2010). Dem jungen Vater verlieh das vielleicht gerade deshalb bewusst gewählte Klapperstorchkostüm (mit Ehefrau Silke als Biene Maja) bei dieser Aussage besondere Autorität.
Doch ist es nicht nur die zurückgehende Klapperstorch-Effektivität, die für weniger Karnevalskinder sorgt. In Immensen, wo die Zukunft des Kinderkarnevals auf der Kippe steht (wir werden noch berichten), ergab eine sorgsame Analyse, dass nämlich nicht zu wenig, sondern fast zuviel Karneval gefeiert wird: in der Kindertagesstätte, in der Grundschule, in vielen Vereinssparten. Und während die Kinder sich gern noch öfter an ihren bunten Kostüme und dem Reiz des Verkleidens erfreuen würden, kapitulieren die Eltern vor diesen Zusatzterminen in der Karnevalszeit.
Wobei weniger bekanntlich mehr ist: Auf dem Kindertanzparkett auch in Sievershausen genossen die Eltern mit ihren Kleinen die größere Beinfreiheit. Und auch Tränen, früher im quirligen Gedränge bei der Wechselwirkung zwischen stolzer Kostümschau und schüchterner Angst zwischen den größeren Kindern immer mal dabei, gibt es kaum noch.
Dafür hatten bei „SOS“ die Kindermariechen wieder viel Spaß, sich zusammen mit den älteren Jugendfunken einmal ihrer Altersgruppe zu präsentieren. Und boten die Sievershäuser Jecken mit Tanz und Gesang ein respektables buntes „Kleine Prunksitzung“-Programm.
Mussten dabei aber verblüfft auch Schmimpfe einstecken: Kinderkarnevalsprinz Fin I. zeigte im Saal der „Frickburg“ den gut 250 BesucherInnen, wie selbstbewusst auch ein Kleiner gegen diesen großen Unsinn wettern kann („gegen solche Dummheit gibt es keine Impfung“). Die Narrenbeschimpfung war natürlich Schabernack. In Wirklichkeit, so bekannte der Kinderprinz denn auch zum Abschluss seiner Thronreden-Narrenbeschimpfung, habe ihm seine Amtszeit „doch ganz viel Spaß gemacht“.
Den hatten viele der heutigen Eltern einst selbst in ihrer Kinderzeit im Karneval, und fördern den Spaß daran, kostümiert in andere Rollen zu schlüpfen, nun auch bei ihren Sprösslingen. Der Kinderkarneval ist also keinesfalls abgemeldet. Aber die Frage, wie oft wann und wo er denn gefeiert wird, und ob man das nicht manchmal auch gemeinsam tun kann, wird (nicht zuletzt in den Vereinsausschüssen der Ortsräte) doch bereits in mehreren Dörfern diskutiert …
BILDUNTERSCHRIFTEN:
Natürlich den Minifunkenmariechen gehörte der – zusammen mit den Jugendfunken gestaltete – erste Auftritt beim kleinen Prunksitzungs-Programm des Kinderkarnevals am Sonntag in der „Frickburg“ Sievershausen. Foto: Walter Klinger
Foto: Walter Klinger