Kinder bringen täglich Freude

In der Pflegestelle „Kunterbunt“ haben Kinder auch im Garten Platz. (Foto: Stadt Lehrte)
 
Aljona Klöckner betreut seit 15 Jahren Kinder in der Tagespflege. (Foto: Stadt Lehrte)

Routine in der städtischen Pflegestelle

LEHRTE (r/gg). Aljona Klöckner ist seit 15 Jahren als Tagesmutter für die Stadtverwaltung tätig. Ihre Kindertagespflegestelle „Kunterbunt“ genießt einen hervorragenden Ruf. Im Namen der Stadt Lehrte bedankt sich Manuela Kirsch, Fachberatung für Kindertagespflege bei Aljona Klöckner für die verlässliche, vertrauensvolle und kompetente Zusammenarbeit.
Manela Kirsch überbrachte die Glückwünsche und führte das Interview mit Frau Klöckner.

Wie sind Sie dazu gekommen Tagesmutter zu werden?
Mein Lehramtsstudium wurde 1997 in Deutschland nicht anerkannt, daher suchte ich eine passende berufliche Alternative. Die Tätigkeit als Tagespflegeperson schien mir passend. Ich war froh darüber, eine Möglichkeit gefunden zu haben, wieder mit Kindern arbeiten zu können und geleichzeitig für meine eigenen zwei Kinder da zu sein. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist in der Tätigkeit als Tagespflegeperson möglich.

Wie viele Kinder betreuen Sie?
Ich bin grundsätzlich voll besetzt, das heißt ich betreue fünf Tageskinder im Alter von ein bis drei Jahren. Im Frühjahr 2007 integrierte ich erstmalig ein Baby im Alter von sechs Monaten in die Gruppe. Dieses ist inzwischen zur Regel geworden.

Wie lange arbeiten Sie täglich?
Ich arbeite montags bis freitags von 7 bis 15 Uhr und biete auch Betreuungszeiten nach individueller Absprache an.

Wie ist die Bezahlung geregelt?
Die Höhe der Geldleistung richtet sich nach der Qualifikationsstufe. Die monatliche Geldleistung beinhaltet zum einen den Sachaufwand, der die Kosten der Durchführung der Kindertagespflege beinhaltet und zum anderen die Förderleistung, welche die Entlohnung für die Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsleistung umfasst. Dazu kommt die hälftige Erstattung der Sozialversicherung und der Rente. Die Unfallversicherung wird komplett übernommen. In der Satzung über die Gewährung von Geldleistungen der Kindertagespflege der Stadt Lehrte ist die Bezahlung geregelt.

Was sehen Sie als die Vorteile Ihrer Tätigkeit?
Als Tagespflegeperson kann ich mich hundert Prozent auf meine Tagesfamilie einlassen. Ich arbeite gerne eng und vertrauensvoll mit den Eltern zusammen. Ich habe eine sinnvolle und anregende Arbeit, bei der ich zuhause, selbstständig und nach eigener Konzeption arbeiten kann.

Wo sehen Sie Nachteile?
Die finanzielle Situation ist nach wie vor unbefriedigend, obwohl es in den letzten Jahren auch positive Entwicklungen gab. Die Absicherung macht einem zu schaffen. Ich denke, dass in der Bezahlung bei Krankheit und Ausfallzeiten noch vieles verbessert werden könnte.

Was macht Sie an einem Arbeitstag glücklich?
Ich habe die angenehmsten Kunden der Welt: Kinder, die gerne zu mir kommen. Viel Zeit im Freien zu verbringen, täglich frisch zu kochen, in ein strahlendes Kindergesicht zu gucken und ein ansteckendes Lachen zu hören, täglich Neues zu lernen, denn jedes Kind ist anders und es macht Spaß, sich darauf einzulassen. Die Eltern sind froh, dass ihre Kinder glücklich sind und sie eine gute Lösung gefunden haben.

Was ist Ihnen im Umgang mit den Kleinkindern besonders wichtig?
Grundsätzlich sollen sich alle Beteiligten in der Kindertagespflege wohlfühlen. Als Tagespflegeperson ist es mir sehr wichtig ein Vorbild zu sein, dazu gehören Verantwortungsbewusstsein, Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit. Das Interesse am Kind, Einfühlungsvermögen, der Umgang mit den Kindern und das Gefühl des zweiten Zuhauses zu vermitteln, spielen für mich eine sehr gr0ße Rolle. Regeln und Rituale, sowie ein strukturierter Tagesablauf sind meiner Meinung nach von größter Bedeutung. In meiner Arbeit geht es mir darum, die Persönlichkeitsentwicklung und die Individualität des einzelnen Kindes zu unterstützen, Fähigkeiten erkennen, sowie Fertigkeiten zu fördern.

Was war der bemerkenswerteste oder lustigste Spruch eines Tageskindes?
Lena, drei Jahre alt: „Wollen wir Eis verkaufen spielen? Ich bin die Eisdielerin.“

Was wünschen Sie sich von Eltern, die ihre Kinder zu Ihnen in die Betreuung bringen?
Eine gute Erziehungspartnerschaft für ein gemeinsames Ziel. Für gute Zusammenarbeit sind notwendige Offenheit, Vertrauen, Dialogbereitschaft, partnerschaftliche Umgangsformen, Respekt vor Unterschieden, Rollenklarheit und Balance zwischen Nähe und Distanz. Wichtig ist das gemeinsame Ziel, die Entwicklung des Kindes bestmöglich fördern und Kindeswohl, nicht aus den Augen zu verlieren.



Für die Betreuung der Jüngsten sucht die Stadtverwaltung weitere Tagespflegestellen. Über die Voraussetzungen dafür, über Kosten und Qualifizierung informiert Manuela Kirsch.
Die Beratung ist kostenlos.
Für die Tätigkeit Kindertagespflegeperson wird eine Geldleistung gezahlt, die im Rahmen der Satzung Kindertagespflege der Stadt Lehrte geregelt ist. Intreressierte können Kontakt mit der Fachberatung Kindertagespflege aufnehmen: Telefon 05132 86 28 223.