„Kanzler der Herzen“ war in Lehrte dicht umdrängt

Sympathieträger: Frank Walter Steinmeier (2. v. li.) mit den BürgermeisterkandidatInnen (weiter, v.l.) Wolfgang Toboldt (Sehnde), Regine Höft (Sehnde-Mitte) und Klaus Sidortschuk (Lehrte) im Fokus der Fotografen und Autogrammjäger. (Foto: Walter Klinger)

Frank Walter Steinmeier besuchte die Bürgermeisterkandidaten

LEHRTE/SEHNDE (kl). Eigentlich hatte der vom örtlichen SPD-Bundestagsabgeordneten Dr. Matthias Miersch als „beliebtester Politiker Deutschlands“ begrüßte SPD-Fraktionschef im Bundestag, Frank Walter Steinmeier, wegen der zugleich in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin zu verteidigenden Mehrheiten gar keine Zeit – aber am Samstag nahm er sich diese für gut 100 Fotos und Autogramme sowie das Gespräch mit den Bürgermeisterkandidaten für Lehrte und Sehnde, Klaus Sidortschuk und Wolfgang Toboldt, dann doch irgendwie – auch wenn die Referentin am Sicherheitstross in der Menschentraube vor dem City-Center Lehrte immer wieder auf die Uhr deutete.
Seine Sachlichkeit und die Fähigkeit, mit Witz und Lächeln sofort Kontakt zu den BürgerInnen aufzunehmen, haben Frank Walter Steinmeier mehrheitlich auf Platz 1 der Wochenwertungen zum beliebtesten Politiker der Republik gebracht. Wie sehr er „Kanzler des Herzens ist“, machte der Andrang auch in Lehrte deutlich. Wobei der SPD-Politiker wohl nicht zum zweiten Mal als Kanzlerkandidat antreten wird.
Hart ging Steinmeier in seiner kurzen Rede nur mit der Bundesregierung ins Gericht: Die streite sich vom ersten Tag an, habe täglich Krisenbewältigung. „Wir haben eine Koalition, keine Regierung!“, bilanzierte Steinmeier.
Der ehemalige Außenminister ging auch seinen Amtsnachfolger Guido Westerwelle von der FDP an. Dessen Problem sei, dass er noch heute glaube, was er alles als Oppositionspolitiker gefordert habe. Ein Beispiel sei, dass die FDP den klammen Kommunen auch noch die Gewerbesteuer wegnehmen wollte.
Thema Nummer 1 sei aber der Euro und was für jeden bleibe. Die von einigen geforderte Rückkehr zur D-Mark würde die deutschen Arbeitsplätze erst recht gefährden, gingen doch fast 80 Prozent der deutschen Exporte ins europäische Ausland. Konsolidierung sei hier das Stichwort, auch wenn man sich darauf einstellen müsse, dass dies Jahrzehnte dauern werde.
Wenn sich die WählerInnen aber in Erinnerung riefen, wie die SPD im Zusammenwirken mit 500 Bürgermeistern die Investitionsprogramme erkämpft habe, die eine Brücke über die Finanzkrise gebaut und den Kommunen viel ermöglicht hätten, sei ihm um die Wahlen – auch in Lehrte und Sehnde – nicht bange, schloss Steinmeier. Für die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern hat er damit schon mal recht behalten …