Jäger errichteten Nisthilfe

Erstmalig brüten Störchen auf einem von Jägern errichteten Storchenhorst an der Röddenser Aue. (Foto: Privat)

Erstmalig Störche im Röddenser Revier

Röddensen (r/gg). Jäger haben im vorigen Jahr in ihrem Revier eine Nisthilfe für Weißstörche errichtet. Seit Ostern dieses Jahres ist der Kunsthorst nun erstmalig von einem brütenden Storchenpaar besetzt. Ein Altvogel brütet auf dem Nest und wird vom Partner gefüttert. Vorher gab es allerdings „eine Prügelei“ von verschiedenen Störchen um das Anrecht auf das neu erbaute Eigenheim, berichtet Jagdpächter Dieter Barth. Auslöser für diese Naturschutzaktion war das Geschenk eines zwölf Meter hohen Telegrafenmastes des Bilmer Jägers Dirk Bartels an die Kollegen in Röddensen. Das Schweißen und Anbringen des Eisenkorbes erfolgte in Handarbeit durch Timo Lastinger. Schließlich wurde der Mast mit vereinten Kräften errichtet.
Die Wahl des Standorts fiel auf die Grünlandflächen an der Burgdorfer Aue. Die seit Jahren erfolgreichen Brut-Standorte in Steinwedel, Dachtmissen und Obershagen verfügen über eine ähnliche Lage und dienten als Vorbild. „Schließlich bevorzugt der Weißstorch Brutplätze mit angrenzendem Grünland, weil die Störche zu Beginn der Brutzeit keine weiten Flüge unternehmen und der Nahrungsbedarf vor allem durch Mäuse und Regenwürmer vor der Haustür gedeckt werden muss,“ erklärt Björn Rohloff, der einst seine Diplomarbeit zum Nahrungsverhalten des Weißstorchs schrieb.
Der Eigentümer der Fläche, Friedhelm Wiekenberg sowie die Landpächter Hans-Hermann und Jürgen Thiele gaben ihre Zustimmung zum Aufstellen des Mastes. „Dass gleich schon in der darauf folgenden Saison eine Brut stattfindet, ist mehr als erwartet werden konnte“, sagt Otto Thiele, „nun hoffen wir auf eine erfolgreiche Brut mit viel Nachwuchs.“ Spaziergänger und Autofahrer freuten sich über den neu errichteten Storchenhorst. Allerdings näherten sich einige unvernünftige Menschen sogar mit Hunden bis auf wenige Meter diesem Horst und störten damit das Brutgeschehen, so die Beobachtung der Jäger. Damit Störungen vermieden werden, appellieren sie deshalb, dass Naturfreunde von Wanderungen zum Nest absehen. Mit einem Fernglas ist das Brutgeschehen der Störche gut vom Verbindungsweg zwischen Steinwedel und Röddensen aus zu beobachten. „Nehmen Sie in Feld und Flur bitte generell Rücksicht und halten Abstand von unseren Wildtieren“, appelliert Oliver Brandt, Presseobmann der Burgdorfer Jäger, deshalb an Vernunft und Einsicht der Menschen.