Integrationspolitik in Lehrte heißt vor allem Menschlichkeit

Sprachen auch ganz persönlich über das Thema (und ihre) Integration (v.l.): Günter May, Dr. Jürgen Below, Dündar Kelloglu, Filiz Polat und Hasan Kurtulus auf der Terrasse des Lehrter „Parkschlösschens“ mit (im Hintergrund Grünen-Bürgermeisterkandiat Ronald Schütz). (Foto: Walter Klinger)

Podiumsdiskussion auf Einladung der Grünen – Below ruft zur Wahl von Schütz auf

LEHRTE (kl). Nicht politisch-(an)klagend, sondern zur Freude der fast 100 BesucherInnen im Biergarten menschlich-motivierend, moderierte der Rechtsanwalt und Ratskandidat der Lehrter Grünen, Dündar Kelloglu, die Podiumsdiskission der Lehrter Grünen auf der Terrasse des Lehrter Parkschlösschens. Und hatte, eben weil Lehrte bei der Integration zweifellos viel weiter ist als andere Städte, entsprechende Gesprächspartner. Hier kann Zeitarbeitsunternehmer Hasan Kurtulus, in der zweiten Generation in der Lehrter Heimat, aus vollem Herzen bekennen, dass er der ewigen integrationsdiskussion leid ist. Er sieht LehrterInnen, nicht unterschiedliche Nationalitäten. Was man hier aber noch tun könne?: „Euren Herrn Schütz zum Bürgermeister wählen,“ fand der überraschende Wahlaufruf von Dr. Jürgen Below, einstiger technischer Direktor der Lehrter Zuckerfabrik und sonst als ungebundener Querdenker bekannt, große Beachtung.
Seit 20 Jahren kenne Schütz Lehrte und sei als Politiker stets sachlich, aber mit Profil geblieben, begründete Jürgen Below. So werde er auch die Integration weiter voran bringen.
Die Politik mit ihrer Unterstützung von Anfang an habe die Integrationsarbeit in Lehrte stark befördert, betonte Günter May, der Sprecher des Arbeitskreises „zur Zusammenarbeit mit ausländischen Mitbürgern in der Stadt Lehrte“. Er dankte auch Kirchen und Moschee für ihre enge Zusammenarbeit – bis hin zum gemeinsamen Gebet gegen jeglichen Krieg.
Die Veranstaltung, vor der auch Grünen-Bundesvorsitzender Cem Özdemir im „Parkschlösschen“ gesprochen hatte, sollte an das vor 60 Jahren geschlossene Anwerbeabkommen für Gastarbeiter erinnern. Aus ihnen, so sagte Dündar Kelloglu, wurden Dauerbleiber – und heute BürgerInnen.
Die trotz allem noch nicht gleichberechtigt sind, wie die Grünen-Landtagsabgeordnete Filiz Polat erinnerte. Sie brach eine Lanze für das Kommunalwahlrecht aller, die gemeinsam in einer Stadt leben. Die Stadtversammlungen einiger Kommunen in Nordrhein-Westfalen etwa seien schon gar nicht mehr demokratisch legitimiert. Sie wünsche sich, dass sich auch Lehrte in die Reihe der Städte einreiht, die von Berlin das Kommunalwahlrecht auch ohne deutschen Pass fordern.