Inseln, Höfe und Kooperationen

Politik diskutiert zwischen Müll und Wertstoff

Lehrte (gg). Zur Papierentsorgung hat die SPD-Grüne-Ratsfraktion ein neues Papier verfasst, um "den Schandfleck", Wertstoffinsel am Westring, abzuschaffen. Demnach soll die Stadtverwaltung in Kooperation mit dem Abfallentsorger aha die Wertstoffinsel Ecke lltener Straße und Westring bis Ende 2020 so zurückzubauen, dass dort kein Papier mehr angeliefert kann und darf. Ein Konzept für die Entsorgung von Papiermüll für die West- und Südstadt sei zu entwickeln, so dass eine wohnortnahe Entsorgung gewährleistet bleibe. Zu prüfen sei hier insbesondere die Standorte Bullenweg und Schwanenburg. "Ein Wertstoffhof in Lehrte wäre ein Gewinn", so die Mitteilung der SPD-Grüne-Ratsfraktion.
„Abfallpolitik und alles was dazu gehört ist ein Langstreckenlauf. Wenn man auf dieser Strecke etwas bewegen möchte, dann braucht man einen langen Atem. Viele Faktoren und Abwägungen spielen dabei eine große Rolle. Stichworte wie Gerechtigkeit, Serviceverbesserung, lange Wege im Umland, Rechtssicherheit, Gesetzesvorgaben, Stadtbildverbesserung und viele mehr prägen die Entscheidungen in der Abfallpolitik“, erklärt Bernward Schlossarek, Fraktionsvorsitzender der CDU-Fraktion in der Region Hannover und Lehrter CDU-Ratsherr. Aha werde einen Blick auf die Wertstoffhöfe der Region werfen, so seine Meinung. Die Zukunftsfähigkeit spiele dabei eine entscheidende Rolle. Wichtige Faktoren seien auch Größe, Lage, Ausbaufähigkeit und auch das Einzugsgebiet. Gerade die Erweiterungsmöglichkeit ist wichtig, damit sämtliche Abfallsorten Platz finden, angeliefert werden können und volle Container abgefahren werden können, ohne dass der Betrieb unterbrochen werden muss. „Wenn sich bei den Betrachtungen herausstellt, in Lehrte einen Wertstoffhof zu errichten, dann macht ein Neubau Sinn, gerade wenn man den Bürgern den vollen Service anbieten möchte“, meint Bernward Schlossarek.
Vor dem Hintergrund, dass aha am Zukunftskonzept arbeitet, überrasche die Forderung der Lehrter SPD.
Heike Koehler, Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes, begrüßt die Erarbeitung eines Zukunftskonzeptes durch aha und hofft auf eine schnelle Fertigstellung des Papiers: „Sollte dieses Zukunftskonzept ergeben, dass ein Wertstoffhof in Lehrte die richtige Lösung wäre, würde ich einen Neubau begrüßen. Die optimale Standortfindung muss dann im Einvernehmen mit der Stadt erfolgen. Im Gegensatz zur Lehrter Ratsmehrheit bin ich gegen die Verlagerung des Problems durch die voreilige Aufgabe eines Müllsammelplatzes, wie dem am Westring. Die Aufgabe eines Müllsammelplatzes, ohne ein schlüssiges Konzept erstellt zu haben, ist für mich rein plakatives Handeln. Daher ist hier zuerst aha in der Pflicht, dieses Konzept zu erstellen.“