Infostand, Kaffee und Film zum "Internationalen Frauentag" in Lehrte

Gespräche und selbst gebackener Kuchen begleiten die Filmvorführung und den "Frauenkaffee" von DGB Lehrte und ver.di Lehrte/Sehnde zum Internatioalen Frauentag im Hotel "Deutsches Haus". (Foto: DGB Lehrte)
Lehrte: Hotel Deutsches Haus |

DGB zeigt Kinofilm über Hanna Arendt und die "Banalität des Bösen"

LEHRTE (r/kl). Es darf erschrecken, dass zwei Drittel der beschäftigten Frauen in Deutschland nicht genug verdienen, um mit ihrem Einkommen langfristig ihre Existenz zu sichern. Immer weniger haben die Chance auf ein sozial abgesichertes, unbefristetes und gerecht entlohntes Arbeitsverhältnis. „Da es gleichzeitig tendenziell weniger‚ männliche Familienernährer gibt, ist die wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen alternativlos“, erläutert Martina Buchheim vom DGB Lehrte die aktuelle Situation.
Unter dem Motto „Heute für morgen Zeichensetzen" ruft der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) zum Internationalen Frauentag am Samstag, 8. März, auf. Das DGB-Ortskartell und der ver.di-Ortsverein Lehrte/Sehnde werden einen Informationsstand im Einkaufszentrum Zuckerfabrik aufstellen und kleine Aufmerksamkeiten sowie Informationsbroschüren an Frauen verteilen.
Darüber hinaus werden DGB und ver.di am Sonntag, 9. März, ab 14.00 Uhr im "Hotel Deutsches Haus", Bahnhofstraße 29B, ein "Frauenkaffee" mit Filmvorführung und Diskussion veranstalten. Der Film über Hanna Arendt "Banalität des Bösen" spielt in den Jahren 1960 bis 1964 und konzentriert sich auf die ihre Zeit im Exil in New York. In jenen Jahren wollte sie das Handeln der Menschen unter dem Nazi-Regime verstehen.
Als Hannah Arendt (Barbara Sukowa) 1961 in Jerusalem den Gerichtssaal betritt, um für den renommierten "The New Yorker" über den Prozess gegen den Nazi-Verbrecher Adolf Eichmann zu berichten, erwartet sie, auf ein Monster zu treffen. Stattdessen erlebt sie einen Niemand.
Die geistlose Mittelmäßigkeit Eichmanns passt nicht zum abgrundtief Bösen seiner Taten. Dieser Widerspruch beschäftigt Hannah Arendt sehr. Ab Februar 1963 erscheint unter dem Titel Eichmann in Jerusalem ihre Artikelserie im "The New Yorker". Mit ihrer These von der Banalität des Bösen schockiert Arendt die Welt. Die Reaktionen sind verheerend und niederschmetternd. Hannah Arendt wird geächtet, angefeindet, verliert lebenslange Freunde.
Bereichert werden beide Veranstaltungen durch ein Quiz zum Frauentag. Die Gewinnerinnen werden am Sonntag beim "Frauenkaffee" ermittelt. Der Eintritt und der Kaffee sind frei.
„Lasst nicht zu, dass über eure Köpfe hinweg entschieden wird! Nutzt die vielfältigen Aktionen am Internationalen Frauentag und gebt im Europawahljahr eure Stimme ab“, ruft Martina Buchheim vom DGB Lehrte zur Beteiligung am Internationalen Frauentag auf.