„Ich wünsche mir den Postboten-Charme“

Katja Neupert und Michael Neupert im Fahrer-Team der Firma Hellmich Recycling schätzen die interne Unterstützung. (Foto: Gabriele Gosewisch)

Mathias Hellmich schickt Schwerlaster auf die Straße, Stressfaktoren sind abbaubar

LEHRTE (gg). Wer schon einmal Sperriges oder Schüttgut los werden wollte, hat vielleicht schon den Service der Hellmich-Recycling GmbH schätzen gelernt. Der Betrieb an der Industriestraße nimmt Bürgern seit 29 Jahren die Sorge um die Entsorgung. „Wir befördern verschiedene Stück- und Schüttgüter sowie schwere und voluminöse Güter jeder Art – zuverlässig, schnell und termingerecht“, so der einfache Slogan. „Doch die Dienstleistung ist höchst komplex und anspruchsvoll“, sagt Firmenchef Mathias Hellmich und meint damit nicht nur die gesetzlichen Vorschriften. Angesichts des steigenden Verkehrsaufkommens auf den Straßen zeigt er wichtige Erfahrungswerte auf, die letztlich der Sicherheit im Straßenverkehr dienen können. Stressfaktoren sind aus seiner Sicht durchaus abbaubar, wenn auf den Straßen die gegenseitige Rücksichtnahme wieder mehr erlebbar wäre. „Unsere Kraftfahrer machen ihren Job ganz hervorragend. Pauschale Vorurteile zum Schwerlastverkehr sind gänzlich unangebracht“, sagt Mathias Hellmich. „Man muss sich mal darüber klar werden, worüber wir alle uns auf der Straße so aufregen. Macht das Hupen wirklich Sinn, wenn es doch nur wenige Sekunden dauert, bis man weiterfahren kann?“ In zweierlei Hinsicht könne die individuelle Wahrnehmung eines Schwerlasters verzerrt sein. „Ist doch klar“, sagt Mathias Hellmich, „je größer das Fahrzeug, desto schwerfälliger wirkt es beim Anfahren an der Ampel, ist es aber gar nicht. Trügerisch ist auch die Wirkung in einer Ortsdurchfahrt. Kommt ein großes Fahrzeug auf einen Fußgänger zugefahren, wirkt es bedrohlicher, vermeintlich schneller, als ein Auto.“ Als Firmenchef habe er höchsten Respekt vor der Leistung der Berufsfahrer. Das fange bei dem Bedienen der Fahrzeugtechnik an und höre bei der Hilfsbereitschaft und Umsicht auf. Ruhig und lösungsorientiert zu handeln sei nicht besonders leicht, wenn beispielsweise abgestellte Container zugeparkt werden. Als „coole Truppe“ nehme er sein Fahrer-Team wahr, ist stolz auf die ihre Leistung im Job. Mathias Hellmich sagt: „Das sind echte Facharbeiter, die ihr Handwerk kennen müssen. Und deshalb wäre es wünschenswert, wenn sie dort, wo sie beim Holen und Bringen auf Kunden und Anwohner treffen, freundlich und verständnisvoll begrüßt werden. Wie früher, als es noch den Postboten-Charme gab.“ Beim Gang auf den Hellmich-Betriebshof bestätigt sich seine Beschreibung. Konzentriert, aber auch mit einer positiven Grundhaltung, wird gearbeitet. Eine Beschäftigte strahlt in diesen Tagen besonders: Katja Neupert hat just ihren Arbeitsvertrag bei Hellmich unterschrieben. Wie ihr Mann Michael Neupert gehört sie zum Fahrer-Team. Sie wird sich auf die Unterstützung der Kollegen verlassen können.