Holzkreuze und Rosen in Lehrte erinnern an verstorbene Drogenabhängige

Während Rainer Müller (links) die Rosen sortiert, die an Passanten verteilt werden sollen, trommeln Susanne Stadtländer, Cornelia Tschirner-Seidel und Dirk Kochendörfer (von links) um Aufmerksamkeit für das Gedenken an Drogentote. (Foto: Horst-Dieter Brand)

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand - Beratungsstelle macht an Info-Stand vor Bahnhofstunnel auf Suchtproblematik aufmerksam

LEHRTE (hdb). Große und kleine Holzkreuze liegen auf dem Pflaster, sie sind mit Rosen geschmückt: Mit diesem eindrucksvollen Symbol hat die Lehrter Drogenberatungsstelle (Drobel) auf den bundesweiten Gedenktag für verstorbene Drogenabhängige aufmerksam gemacht.
Im Einzugsbereich der Drobel war im vergangenen Jahr glücklicher Weise allerdings kein Todesopfer zu beklagen. Das sagte am Rande der knapp zweistündigen Aktion Drobel-Leiter Thomas Tschirner.
In den Vorjahren seien aber stets zwei bis drei Drogenabhängige zu beklagen gewesen, die an Begleiterkrankungen gestorben waren. Dieses Schicksal und seine Folgen bekamen Passanten, die sich von einer Trommlergruppe anlocken ließen, hautnah zu spüren, als eine ältere Dame auf Tschirner zuging, ihn am Arm berührte und unter Tränen sagte: „Mein Sohn war auch dabei.“ Daraufhin traute sich eine weitere Frau, ihre Gefühle offen zu zeigen und traurig zu bekennen: „Mein Enkel, 20 Jahre alt, in Kanada, ist auch drogenabhängig.“
Der bundesweite Protest-, Aktions- und Trauertag für verstorbene Drogenabhängige war - unter Schirmherrschaft von Joe Bausch, dem bekannten Tatort-Pathologen - eigentlich Sonntag, der 21. Juli. Die in der Bahnhofstraße 12 ansässige Drobel hatte sich jedoch zu einer Verschiebung entschlossen in der Hoffnung, mehr Publikum erreichen zu können. Deshalb wurde auch ein Standort im "Neuen Zentrum" vor dem Bahnhofstunnel gewählt.
Die in der Drobel von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern gebildete Trommlergruppe mit Susanne Stadtländer, Cornelia Tschirner-Seidel, Dirk Kochendörfer und Alexandra Bader haute sinnbildlich kräftig auf die Pauke, um auf die Gesamtproblematik und Forderungen des Bundesverbandes der Eltern und Angehörigen für akzeptierende Drogenarbeit nach einer Legalisierung aufmerksam zu machen. Im Zentrum der Gespräche mit den Experten stand aber auch die ärztliche Versorgung von inhaftierten Drogenabhängigen.