Hilfe für Menschen in sozialen Notlagen

Jessica Kind berät im Rahmen des Projektes "RE_StaRT2". (Foto: Stefan Heinze)

Diakonieverband informiert beim Kirchenkreistag über Modellprojekt

AHLTEN (r/gg). Beim Kirchenkreistag in Ahlten hat die Religionspädagogin und Sozialarbeiterin Jessica Kind die ambulante Sozialberatung "RE_StaRT2" des Diakonieverbandes Hannover-Land vorgestellt. Die Zielgruppe der Beratung sind Menschen, die von Wohnungslosigkeit bedroht oder bereits wohnungslos sind. "Es sind teilweise Menschen wie Du und ich“, sagte Jessica Kind. Wenn beispielsweise die Hauptverdienerin oder der Hauptverdiener ausfällt, kann das in vielen Familien schon zur Hilfsbedürftigkeit führen. Oftmals kommen bei den Klienten der Beratung aber auch verschiedene Probleme zusammen. "RE_StaRT2" ist ein zunächst auf die Jahre 2019 und 2020 angelegtes Modellprojekt für die gesamte Region Hannover.
Jessica Kind und ihre Kollegin Alryn Zarske, die für die Beratungen im Nord-Osten der Region zuständig sind, wollen Menschen in solchen Problemlagen frühzeitig helfen. „Wir wollen die Menschen erreichen, wenn die erste Miete nicht gezahlt wurde, nicht erst, wenn der Gerichtsvollzieher vor der Tür steht“, sagte die Sozialarbeiterin vor dem Kirchenkreistag.
Die Zielperspektive der Beratung ist, den Bedürftigen den Zugang zu den passenden Hilfemöglichkeiten zu erleichtern. Die Klienten sollen befähigt werden, selbst Hilfeangebote in Anspruch zu nehmen. „Bei Bedarf begleiten wir die Menschen auch, zum Beispiel bei psychischen Problemen bis ins Jobcenter“, sagte Jessica Kind. Der zweit und der dritte Termin im Jobcenter können die Ratsuchenden dann oft schon allein bewältigen. Zugleich werden durch die Arbeit Netzwerke zwischen bestehenden Hilfsangeboten gestärkt. Ein Problem ist dabei die Verschiedenheit der Hilfsangebote in den vielen Kommunen des Altkreises. „Jede Kommune arbeitet anders“, sagte die Religionspädagogin.
Die Kontaktaufnahme mit der Sozialberatung "RE_StaRT2" geschieht oftmals durch Betroffene, aber auch Angehörige, Vermieter, Hausverwaltungen, ehren- und hauptamtliche Mitarbeiter anderer Einrichtungen oder durch Netzwerkpartner.
Die Möglichkeiten, Jessica Kind und Alryn Zarske zu erreichen, sind bewusst niedrigschwellig. Interessierte können sich per SMS, Telefon oder E-Mail melden. Die Beratung kann an einem gewünschten Ort stattfinden. Das Angebot ist freiwillig. Für Interessierte, die direkt mit Kind oder Zarske Kontakt aufnehmen, kann die Beratung auf Wunsch auch zunächst anonym stattfinden.
Finanziert wird "RE_StaRT2" zu 85 Prozent aus Mitteln Europäischen Hilfsfonds für die am stärksten benachteiligten Personen in Deutschland (EHAP). Außerdem sind die Region und der Diakonieverband Hannover-Land an der Finanzierung beteiligt. Die Projektträger sind der Diakonieverband und der Verein Werkheim. Die Projektkoordination liegt in den Händen der Region Hannover. Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite www.dv-hl.de.