Helft uns, die Bäume wässern

Wasser marsch: Uwe Steffenhagen (links) und Stefan Schenk versorgen eine junge Eberesche in Ahlten.

Bäume leiden unter der extremen Trockenheit / Alleine können städtische Mitarbeiter die Pflanzen nicht mehr versorgen / Stadt bittet Bürger um Mithilfe

Von Thomas Oberdorfer

LEHRTE. Wochenlange Trockenheit, brütende Sonne und kein Regen in Sicht - unter der derzeitigen Hitzewelle leiden viele. Auch oder sogar besonders die Pflanzen. Während auf vielen Grundstücken Hausbesitzer oder Mieter sich um Bäume, Sträucher und Gräser kümmern, versuchen sechs Mitarbeiter des städtischen Bauhofs hunderte von städtischen Bäumen auf öffentlichen Grünflächen zu versorgen. Eine Mammutaufgabe, die die Stadt kaum bewältigen kann. "Alleine kommen wir gegen die Trockenheit nicht an. Wir brauchen Hilfe und freuen uns über jede Unterstützung", sagt Jürgen Suchopar, Leiter des städtischen Baubetriebshofs. Der Vorschlag der Stadt: Lehrter können Patenschaften für einzelne Bäume übenehmen und sie mit Wasser versorgen.
"So eine Situation wie in diesem Jahr hatten wir noch nicht", erklärt Matthias Ahrens. Der Mitarbeiter des Baubetriebshofs führt die sechsköpfige Kolonne an, die mit drei Fahrzeugen Bäume versorgen. Seit Mai sind die Männer in der Kernstadt aber auch in den Ortsteilen unterwegs, seit 14 Tagen ist dies ihre ausschließliche Aufgabe. Vor allem die jungen Bäume brauchen jetzt viel Wasser. Rund 200 Liter bekommen sie je Wässerung aus dem 5000 Liter-Tank, den die städtischen Mitarbeiter auf einem Anhänger montiert haben. Das Wasser stammt übrigens aus dem Lehrter Klärwerk. "Es ist gereinigt, hat Trinkwasserqualität und würde sonst in die Aue geleitet". erklärt Ahrens. Neun Tankladungen holen die städtischen Mitarbeiter täglich und versorgen damit die Bäume.
Und jeden Abend das gleiche Ritual. Ahrens und seine Kollegen schauen sich die Wetterberichte an, hoffen auf Regen. Aber da ist nichts in Sicht. Und selbst ein kräftiger Gewitterschauer würde kaum helfen. "In 60 Zentimeter Tiefe, da wo die Wurzeln der Bäume sind, ist die Erde staubtrocken. Und das Wasser aus einem Wolkenbruch würde vielleicht zehn Zentimeter weit einsickern. Das erreicht die Baumwurzeln nicht, hilft höchstens Sträuchern und Gräsern", erklärt Ahrens.
Für die Stadt lohnt es sich, um jeden Baum zu kämpfen. Rund 1200 Euro kostet es, einen neuen anzuschaffen und zu pflanzen. Darum jetzt der Aufruf an die Lehrter Bürger zu helfen.  Wer sich um einen Baum in seiner Nachbarschaft kümmern möchte, kann sich unter der Telefonnummer (05132) 8303055 beim Baubetriebshof melden.