Grüne Jugend Lehrte pflanzt lieber „Obstbäume statt CO2-Endlager!"

Sind für natürliche CO2-Speicher (v.l.): Lisa Anke von der Grünen Jugend, Grünen-Bürgermeisterkandidat Ronald Schütz, Parteisprecher Christian Gailus und Stadtratsmitglied Michéle Kahl beim Wässern ihres bei Grafhorn gepflanzten Obstbaumes. (Foto: Grüne Jugend Lehrte)

Bürgermeisterkandidat spendet einen solchen für Streuobstwiese

LEHRTE/IMMENSEN (r/kl). Für eine natürliche Kohlendioxid-Einlagerung und für den Klimaschutz, pflanzte am Dienstag Abend die Grüne Jugend Lehrte einen Apfelbaum auf der Streuobstwiese des Naturfreundehaus Grafhorn.
Aktuell ist in der Diskussion mit der sogenannten CCS-Technik (Carbon Capture and Storage) Kohlendioxid aus Kohlekraftwerken ins Erdreich zu pressen. Diese Methode birgt indes nach Meinung der Grünen viele Risiken, und ist unter Fachleuten umstritten. „Wir wollen mit diesem Apfelbaum zeigen, dass CO2 nicht unter die Erde gehört. Kohle ist von gestern, das morgen ist erneuerbar", so Lisa Anke von der Grünen Jugend Lehrte.
Unterstützt wurde die Grüne Jugend durch den Bürgermeisterkandidaten Ronald Schütz, durch dessen Spende der Kauf des Baumes ermöglicht wurde. „Mir ist es neben der CCS-Problematik auch wichtig, dass das Projekt Streuobstwiese in Grafhorn im Sinne des Naturschutzes weiterentwickelt wird“, so Schütz: „Christian Helmreich als Betreiber des Naturfreundeheimes Grafhorn entwickelt hier vorbildlich ein Projekt der nachhaltigen Umweltentwicklung in Lehrte.“
Zu der Aktion hatte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) aufgerufen, insgesamt wurden bundesweit schon mehr als 6.700 Bäume an 111 Orten als Protest gegen das CCS-Gesetz (Carbon Capture and Storage) der Bundesregierung und die unterirdische Verpressung von Kohlendioxid gepflanzt.
Hintergrund der Aktion war die Verabschiedung des CCS-Gesetzes durch das Bundeskabinett am 13. April. „Damit hat die Bundesregierung den Weg für neue Kohlekraftwerke geebnet und führt nun eine weitere Risikotechnologie ein. Wir meinen: Das ist die falsche Richtungsentscheidung in der aktuellen Energiedebatte nach dem Atom-GAU in Fukushima,“ so Christian Gailus, Parteisprecher der Lehrter Grünen.
Neue Kohlekraftwerke würden Millionen Tonnen zusätzliches CO2 jährlich freisetzen. Legitimiert würden sie mit der Aussicht auf eine mögliche Nachrüstung in 15 bis 20 Jahren mit der so genannten CCS-Technologie wobei großflächige, unterirdische CO2-Endlager entstehen sollen. Diese teure, ineffiziente und riskante Technik sei jedoch höchst umstritten.
„Die gepflanzten Obstbäume sind dagegen natürliche Kohlenstoffspeicher und stehen als Symbol für den nachhaltigen und natürlichen Umgang mit Ressourcen“, freuen sich die Grünen über die Aktion.