Großes Interesse bleibt

Jochen von Nathusius erklärt die Unterschiede der Apfelsorten. (Foto: Günter Friedrich)
 
Imker Werner Oppenborn (links) erklärt den Bienenkasten. (Foto: Günter Friedrich)

Bilanz nach fünf Jahren Streuobstwiese

Ahlten (r/gg). 50 Baumpaten und Interessierte, darunter auch sehr viele Kinder, waren der Einladung des Vereins "Lebendiges Ahlten" gefolgt, um sich über den Stand der Streuobstwiese an der Planetenstraße zu informieren. Vor fünf Jahren hat der Verein die Fläche von der Stadt gepachtet und dort in zwei großen und mehreren kleinen Aktionen zusammen mit den Baumpaten rund Hundert verschiedene Obstbäume, vorwiegend alte heimische Sorten, gepflanzt. 
"Nachdem in den ersten Jahren trockene Sommer und Kälteperioden zur Unzeit den jungen Bäumen sehr zu schaffen machten, haben sie sich inzwischen recht gut entwickelt und trugen erste Früchte", wie Projektleiter Jochen von Nathusius zufrieden feststellen konnte. Auf ein großes Erntefest mit eigenem Most müsse aber noch ein paar Jahre gewartet werden, denn dafür sei die Ausbeute doch noch zu gering. Für eine Auswahl verschiedener Apfelsorten, die dekorativ und informativ präsentiert wurden, hat es aber immerhin gereicht.
Für den Verein steht jedoch nicht der Ertrag im Vordergrund. Mit dem Streuobstwiesen-Gedanken verbindet sich vielmehr ein ganzes Ökosystem. Bei aller Fürsorge für die Bäume wird deshalb auch das Zusammenspiel mit den vielen Bodenkräutern und „allem, was kreucht und fleucht“, beachtet. Herbizide werden nicht eingesetzt und gemäht werde nur selten, so Jochen von Nathusius.
Dieses Verständnis soll auch den Kindern aus Schule und Kindergärten vermittelt werden. Unter dem Begriff „Lernort Natur“ und „grünes Klassenzimmer“ haben bereits einige Schulklassen spielerisch das Zusammenspiel von Pflanzen und Tieren auf der Wiese erlebt.
Bei einem Rundgang lernten die Besucher Besonderheiten der verschiedenen Obstarten kennen und erfuhren auch einiges über die erforderlichen Pflegemaßnahmen. Besonders aufwendig war in den vergangenen trockenen Jahren das Wässern der noch jungen Bäume. Das erledigt ein inzwischen gut eingespieltes Team mit einem eigens umgebauten Tankanhänger vom Hof Prüße, der auch das Wasser zur Verfügung stellt. Die Gruppe wird immer wieder auch von örtlichen Landwirten und Unternehmern unterstützt, die den Trecker fahren, die Wiese mähen oder den Boden für die Anlage eines Blühstreifens vorbereiten. Für das Frühjahr kündigte Jochen von Nathusius eine größere Baumschnittaktion unter Anleitung eines Experten an.
Der Bienenschaukasten, den Werner Oppenborn im letzten Jahr aufgestellt hat, erwies sich wieder als besondere Attraktion, nicht nur bei den Kindern, die sich nach anfänglicher Scheu nah an die Tiere heranwagten. Der Imker erklärte nicht nur mit viel Geduld das emsige Treiben, sondern hatte auch Kostproben seines Honigs mitgebracht.
Aber auch der im Zelt angebotene Apfelsaft und die Äpfel erfreuten sich großer Beliebtheit.
Die Kinder vertrieben sich die Zeit mit Sammeln von Kräutern, Blumen und Blättern, die zum Teil schon herbstlich gefärbt waren. Das Fazit zieht Günter Friedrich vom Verein "Lebendiges Ahlten": "Leider ist die Kapazität der Wiese inzwischen erschöpft. Einige Wünsche, zum Beispiel zur Geburt von Kindern oder Enkeln einen Baum zu pflanzen, mussten deshalb schon abschlägig beschieden werden."