Große Fülle an Ideen begeistert

150 Bürger beteiligten sich in Immensen an der Auftaktveranstaltung zur sozialen Dorfentwicklung: Jarrit Kohring (von links), Lisa Hitzmann, Frank Prüße und Tanja Frahm. (Foto: Wiebke Molsen)

Soziale Dorfentwicklung für drei Ortschaften

IMMENSEN (wim) Etwas Gutes noch besser machen – das ist das Ziel des Modellprojekts soziale Dorfentwicklung der Dorfregion Immensen-Arpke-Sievershausen. „Die meisten Leute sind zufrieden“, sagt Lehrtes Bürgermeiste Frank Prüße bei der Auftaktveranstaltung in Scheuer´s Gasthof in Immensen. Dies zeigte sich auch in der Onlineumfrage, an der mehr als 500 Einwohner teilgenommen haben. Die Kirche in den Dörfern zu halten und die Ortsmitten zu stärken, stand dabei ganz oben auf der Wunschliste. Denn durch den Strukturwandel entwickeln sich die Dörfer immer mehr vom Arbeits- zum reinen Wohnstandort. „Die tragende Rolle im Dorf geht verloren“, sagt Lisa Hitzmann von der Agentur KoRiS aus Hannover, deren Schwerpunkt die Kommunikative Stadt- und Regionalentwicklung ist. Aus den gesammelten Ideen hat das Planungsteam, zu dem auch Jarrit Kohring aus der Stadtverwaltung gehört, Projekte entwickelt und in vier Schwerpunkte aufgeteilt.
Unter der Überschrift Wohnen, Bausubstanz und Innenentwicklung könnten zum Beispiel Projekte wie Mehrgenerationenwohnen, Seniorenwohngemeinschaften oder Bürogemeinschaften, in denen man sich einen Arbeitsplatz anmieten kann, fallen. Unter dem zweiten Punkt Dorfgrün, Landschaft, Erholung wurden die Anlage und Pflege von Grünflächen, Workshops zur ökologischen und dorftypischen Gartengestaltung, die Anlage eines Acker- sowie eines Waldlehrpfades und eine Streuobstwiese gesammelt. Bei den Themen Versorgung, Wirtschaft, Mobilität fallen die Stichwörter Ärzte auf Rädern, Carsharing, Mitfahrbänke und Bürgerwindpark. Der vierte Schwerpunkt dreht sich um das Dorfleben, Identität und Kultur. Dabei denken die Teilnehmer der Umfrage vor allem an Nachbarschaftshilfe, Müllsammelaktionen, Plastikvermeidung und ein gemeinsames Fest der drei Dörfer. „Bei allen Projekten steht das gesellschaftliche Miteinander im Vordergrund“, betont Lisa Hitzmann. Im Anschluss an die Modellphase und nach Aufnahme in das Dorfentwicklungsprogramm könne dann EU-Fördergeld für die geplanten Projekte beantragt werden.
Bei der Auftaktveranstaltung sind die 150 Teilnehmer erstaunt, wie groß die Fülle an Ideen ist. Um diese weiter zu vertiefen, sind nun öffentliche Themenwerkstätten geplant: Für die Schwerpunkte Wohnen, Bauen, Innenentwicklung sowie Dorfgrün, Landschaft und Erholung finden sie am 26. März statt. Die Themen Versorgung, Wirtschaft, Mobilität sowie Dorfleben, Identität und Kultur folgen am 16. April. Dort können sich alle einbringen, die sich über die Ideenvorschläge hinaus ganz praktisch in die Projektteams einbringen wollen. Unter anderem werden Menschen gesucht, die sich zu Dorfmoderatoren weiterbilden lassen wollen oder einen Imagefilm über die Dorfregion filmen können. Außerdem wird noch ein griffiger Name für die Dorfregion gesucht. Der Ort und die genauen Zeiten werden noch bekannt gegeben.