Grenzen des Freizeitsports im Wald

Nahe dem Fuhsekanal gibt es den Downhill-Trail, der sobald wie möglich zurückgebaut werden soll. (Foto: Niedersächsische Landesforsten)

Downhill-Trail sorgt für Haftungsproblem

Altkreis (r/gg). Weit und breit ist plattes Land zu sehen, einzig der zehn Meter hohe ehemalige Bunker, in einem Wald der Niedersächsischen Landesforsten, ragt als erhabener Bereich aus dem sonst ebenen Gebiet. Dementsprechend auch die einzige Chance einen Hügel herunter zu fahren. Diese Chance ließen sich engagierte Downhill-Freunde nicht nehmen und errichteten sich auf eben diesem Bunker nahe dem Fuhsekanal einen Downhill-Trail. Einige Kubikmeter Erde und etliche Paletten wurden dazu bewegt, um Hindernisse, Schikanen und Rampen zu bauen. Die Mitarbeiter des Forstamtes Fuhrberg sind nun gezwungen, die illegale Downhill-Strecke auf eigene Kosten zurück zu bauen, denn die Haftung für mögliche Unfälle läge auch bei den Landesforsten.
Bereits vor dem Zweiten Weltkrieg wurde das Neustädter Holz als Schießanlage genutzt. Nach der Rückgabe der Anlage an die Niedersächsische Landesforstverwaltung 1979, wurde der Bunker mit Sand verfüllt. Der dadurch entstandene Hügel ist seitdem die einzige Erhöhung in der Gegend.
„Ich kann es nachvollziehen, dass dieser Hügel ein attraktiver Bereich für eine Downhill-Strecke ist, doch aufgrund des entstehenden Haftungsrisikos können wir dies leider nicht dulden“ erklärt Friederike Draber, Revierleitern der Försterei Celle. Außerdem wird der alte Bunker von Fledermäusen als Winterquartier genutzt.
Downhill-Fahren gilt als Extremsport. Die Sportart gilt als unfallbehaftet. Bei Duldung der illegal errichteten Hindernisse könnten die Landesforsten in Haftung genommen werden.
„Dass die Menschen den Wald zur Erholung nutzen und sich sportlich betätigen, ist eine schöne Entwicklung, doch entsteht für uns als Eigentümer dieser Fläche ein Haftungsrisiko, welches wir nicht tragen können. Es bleibt uns nichts Anderes übrig, als die aufgebaute „Downhill-Arena“ zurück zu bauen“, erklärt Hans-Martin Roese, Leiter des Forstamtes Fuhrberg. Zunächst wurden nun Hinweisschilder rund um die Anlage ausgehängt, die auf die Problematik hinweisen. Die Rückbaumaßnahmen werden - sobald es das Wetter erlaubt- stattfinden. „Wir sind natürlich offen für Vorschläge und Ideen zur Lösung des Problems. Sollten die Downhiller Fragen oder Ideen haben, können sie sich gerne bei uns im Forstamt Fuhrberg melden“, erwähnt Hans-Martin Roese abschließend.