Gelegentliche Gemeinsamkeiten bekundet

DGB-Podiumsdiskussion vor der Bürgermeisterwahl (von links): Oliver Gels (parteilos), Thomas Ganskow (Piraten), Mathias Quast (Moderator) Frank Prüße (CDU), Klaus Sidortschuk (amtierender Bürgermeister). (Foto: DGB Lehrte)

DBG zieht Bilanz zum Kandidaten-Podium vor Bürgermeisterwahl

LEHRTE (r/gg). Vor rund 60 Zuhörern im Vereinsheim des SV 06 Lehrte hielten sich die Bürgermeister-Kandidaten Klaus Sidortschuk (Amtsinhaber/SPD), Frank Prüße (CDU), Thomas Ganskow (Piraten Partei) und Oliver Gels (parteilos) in der vom DGB organisierten Podiumsdiskussion "nicht lange hinterm Berg". Schlagfertig, offensiv und ausdauernd seien die Kontrahenten aufgetreten, so die Beobachtung des DGB-Ortsvereinsvorsitzenden Reinhard Nold. Er berichtet: Sachlich und fair verlief die Diskussion, alle Kandidaten wurden mit mehr oder weniger Applaus bedacht. Gelegentlich stellten die Bürgermeisterkandidaten fest, dass es durchaus einige Gemeinsamkeiten unter ihnen gibt. Deutlich wurden dies bei der Frage nach dem Erhalt des defizitären Hallen- und Freibades. Alle Kandidaten sprachen sich dafür aus, dass Hallen- und Freibad zu erhalten und durch Umbau attraktiver zu gestalten. Auch Klaus Sidortschuk, der im letzten Jahr den heftig umstrittenen Beschluss, dass Schwimmerbecken im Freibad ab Juni 2018 zu schließen, mit Zahlen zur Wirtschaftlichkeit begründete und dann wegen des heftigen Bürgerprotestes den Beschluss zurücknahm, hat von einer Arbeitsgruppe gesprochen, die am Erhalt und der Steigerung der Anziehungskraft des Hallen- und Freibades arbeitet. Das war es dann auch schon zunächst mit den großen Gemeinsamkeiten. In der Frage, wie sie ihre Tätigkeit als Verwaltungsleiter und Vorgesetzter von fast 600 Beschäftigten sehen und ausüben wollen, gingen dann die Vorstellungen der Kandidaten auseinander. Thomas Ganskow meinte, dass Homeoffice (flexibles Arbeiten von Zuhause aus) auch in der Stadtverwaltung möglich und für die Mitarbeiter/innen attraktiv sein kann. Auch würde er für die Kinder der Rathausmitarbeiter eine eigene Krippe anbiete. Gels hat seine Personalführungserfahrung aus seiner derzeitigen Arbeit bei der Polizei angeführt. Auch setzt er auf eine Bedarfsermittlung sowie auf unterschiedliche Maßnahmen, die auf eine Steigerung der Arbeitszufriedenheit ausgerichtet sein sollen. Der amtierende Bürgermeister setzt auf die bisher praktizierte Führung durch Ziele die gemeinsam mit den Mitarbeiter erarbeitet werden und sprach von Dienstvereinbarungen sowie von Fortbildungsmaßnahmen die sich, aus seiner Sicht, motivierend ausgewirkt haben. Prüße verweist auf seinen persönlichen Hintergrund als Vorsitzender des größten Sportvereins in Lehrte. Hier habe er schon alle erdenklichen Führungsaufgaben durchlebt. Zu dem setzt er auch auf die Eigenverantwortung der Mitarbeiter, die er auch in den jeweiligen Bereichen ermöglichen wolle.
Angesprochen auf die zukünftige Wirtschaftsförderung und der bereits überproportional vertretenen Logistikunternehmen mit ihren negativen Auswirkungen auf die Tarif- und Verkehrspolitik, setze Prüße auf einen Branchenmix und befürwortete den Beschluss keine weiteren Logistikunternehmen anzusiedeln. Gels bemängelte die unzulängliche Planung der Flächen auf denen die schon vorhandenen Logistikunternehmen angesiedelt wurden. Er hätte sich eine Zusammenlegung an einem großen Logistikzentrum gewünscht. Er würde die Planung der Gewerbeflächen versuchen zu optimieren. Sidortschuk begrüßte ebenfalls den Beschluss keine weiteren Logistikunternehmen anzusiedeln und machte dies an der noch freien C-Fläche deutlich. Hier gab es schon viele Anfragen. Da noch nicht der richtige Branchenmix erfüllt werden konnte, hat die Stadt auf eine Ansiedlung an dieser Stelle bisher verzichtet. Gaskow hingegen fand, dass Lehrte ein idealer Standort für die Logistikbranche ist und reget in diesem Zusammenhang an, Lehrte zu einem überregionaler Bildungsstandort mit dem Bildungsschwerpunk „Mobilität und Logistik“ zu forcieren.