Gefeierte US-Gospelstars bieten Konzert-Workshop vor Ort an

Wilfried Peters sang zum Abschluss auf der Bühne mit – „The Very Best of Black Gospel“ würde dies bei einem Workshop gern noch mit viel mehr Fans tun. (Foto: Walter Klinger)

„The Very Best of Black Gospel“ reißt bei Doppelkonzert Publikum von den Stühlen

LEHRTE. Da muss man (frau!) schon ein mitreißendes Repertoire bieten, will man mehr als 600 BesucherInnen zum Konzertauftritt in die Lehrter Markuskirche bekommen. Ein Wunschtraum? Nein, Realität, aber auch im dritten Jahr in Folge wieder ein Traum: Mit mehr als 400 begeistert mitgehenden (und im Rhythmus auch mitklatschenden und -stampfenden) ZuhörerInnen im Nachmittagskonzert und (wegen der Nachfrage) nochmals über 200 im zusätzlichen Abendkonzert haben die US-Gospelstars von „The Very Best of Black Gospel“ ihre Lehrter Fans (dazu auch noch zur Zeit des Bundesliga-Rückrundenstarts) völlig aus dem Häuschen (und in die Kirche) gebracht.
Mehrfach, und nicht nur bei Klassikern wie „Oh, when the Saints …“ ein vielhundertköpfiger und damit Lehrtes größter „Kirchenchor“ war zu hören, wenn die sieben GospelsängerInnen und drei Instrumentalisten (die bewiesenermaßen auch problemlos zwischen beiden Aufgaben wechseln können) zum Mitsingen aufforderten.
Wie der musikalische Leiter des sympathischen Starensembles, George M. Kelly, in Erinnerung rief, entstand die Gospelmusik im 19. Jahrhundert, als den farbigen Sklaven in Amerika das Schreiben und Lesen verwehrt wurde, ihnen Arbeiten und Singen als einziges erlaubt war.
Schreiben und Lesen können sie heute, das Singen als Ausdruck von Lebens- und Gottesfreude in emphatischem Einsatz haben „The Very Best of Black Gospel“ aber nicht verlernt. Andächtige Akzentuierung in Chor- und Solostücken mit reicher Gänsehautgefühl-Garantie im Wechsel mit Chören, die vom lebendigen Raunen Afrikas bis zu berstender Rhythmik reichten – da hielt es die BesucherInnen kaum noch (und im Laufe des Konzertes immer weniger) auf den Stühlen.
Des Hinweises „Gospelmusic is fröhliche Music“ von George M. Kelly vor dem zweiten Lied hätte es bereits nicht mehr bedurft: Schon beim Eingangsgospel war das Pubklikum zu rhytmischem Handgeklapper hingerissen, bereits zur Pause gab es Stehende Ovationen, am Schluss machten die GospelsängerInnen zusammen mit dem Publikum deren „Zugabe, Zugabe“-Rufe sogar zu einem eigenen spontan-Lied.
Als „church for acustics“ priesen die Gospelstars die Lehrter Markuskirche – und sehen auch bei ihren hiesigen Fans noch ein Riesen-A-capella-Potenzial: Nicht nur holten sie zum „Glory Hallelujah“ Wilfried Peters vom heimischen „Swing Low“-Gospelchor mit auf die Bühne, sie würden gern auch zu einem dreitägigen Gospel-Workshop (Teilnahmegebühr etwa 40 Euro) wieder nach Lehrte kommen. Mehr über diese Workshops gibt es unter www.just-sing-gospel.de im Internet.
Jetzt ist nur die Frage: Wer ergreift in Lehrte die Initiative und organisiert diesen Workshop? Der MARKTSPIEGEL. der auch schon die bisherigen Konzerte präsentierte, wird natürlich gern auch einen solchen Workshop bekannt machen.
An dessen Ende natürlich ein gemeinsames Konzert stehen wird. Wenn dann mal nicht schon wieder zwei Aufführungstermine erforderlich sind …