Gedichte aus Syrien

Lina Atfah stellt im Antikriegshaus am 8. Dezember ihre Gedichte vor. (Foto: Privat)

Lesung im Antikriegshaus am 8. Dezember

SIEVERSHAUSEN (r/gg). Am 10. Dezember ist der Tag der Menschenrechte. Aus diesem Anlass ist Lina Atfah am Sonntag, 8. Dezember, um 16 Uhr im Antikriegshaus, Kirchweg 4A, zu Gast. Amnesty international Hannover lädt ein, den Gedichten von Lina Atfah zu lauschen, mit ihr in das Gespräch zu kommen und sich über die Quellen ihrer Textideen, die menschenrechtliche Lage von Autoren in Syrien und ihre Wünsche für das Leben in Deutschland auszutauschen.
Lina Atfahs Gedichte gleichen einem traumwandlerischen Tanz auf einer Rasierklinge: Hier Verse, die in präziser Bildhaftigkeit wie Schnappschüsse ihren Fokus auf die zerrissene Heimat Syrien richten, auf Flucht, Vertreibung und Verbrechen. Dort sinnliche Gedichte, die vollgesogen sind von allerlei arabischen Mythen und Geschichten. Und über alldem: eine junge poetische Stimme, die in ihrem Anspielungsreichtum ihresgleichen sucht.
Lina Atfah wurde 1989 in Syrien geboren und studierte in Damaskus arabische Literatur. 2006 wurde sie beschuldigt, Gotteslästerung begangen und den Staat beleidigt zu haben. Nach mehreren Drohungen der Sicherheitsbehörden erhielt sie 2014 die Erlaubnis, das Land zu verlassen und kam über den Libanon nach Deutschland. Heute lebt sie in Herne in Nordrhein-Westfalen.
Der Abend wird musikalisch begleitet und die Ortsgruppe Burgdorf informiert mit einem Infostand zu aktuellen menschenrechtspolitischen Themen. Zugleich wird an diesem Abend eine Ausstellung von Amnesty International „70 Jahre Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ eröffnet, die bis Anfang Januar im Antikriegshaus zu sehen sein wird.