Für Künstler Thomas Behling macht bei Ausstellung in Lehrte das „Pathos wieder Spaß“

Thomas Behling, der in Berlin lebt und arbeitet, vor seinem 2013 entstandenen Werk „We love german weapons“. (Foto: Horst-Dieter Brand)
Lehrte: Städtische Galerie |

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand - Vernissage in der Städtischen Galerie findet nur geringe Aufmerksamkeit

LEHRTE (hdb). Die zweite diesjährige Kunstausstellung in der Städtischen Galerie hat Lehrtes stellvertretender Bürgermeister Hermann Hoffmann vor überschaubarem Liebhaberkreis eröffnet. Für die Besucher der Vernissage gab es in den meistens irritierenden Werken des Künstlers Thomas Behling aber viel „Pathos“ zu entdecken.
Der 1979 in Hannover geborene Behling macht es dem Betrachter seiner Objekte nicht leicht. In ihren einführenden Worten beschrieb die Kunsthistorikerin Esther Orant das „diffuse Gefühl des Wiedererkennens“ durch „Zitate aus nicht allzu ferner Vergangenheit“. Dieser Nostalgie folge aber sehr schnell eine gewisse „Irritation durch inszenierte Illusionen“ mit einem „Spaß an pathetischen Übertreibungen“.
„Ich bin schlecht, aber wenn ich nicht wüsste, dass ich schlecht bin, dann wäre ich noch viel schlechter“: Die sichtbar gemachte Schriftschleife in einem Kopf ist ebenso ein Beispiel für Orants Thesen wie die Abbildung eines Leopard-Panzers vor romantischem Hintergrund in einem schreinähnlichen Rahmen mit Totenköpfen und der fragwürdigen Aussage: „We love german weapons“.
Auch die Darstellung der Bootsfahrt eines Jungen im Matrosenanzug mit seinem Schutzengel täuscht beim ersten Blick eine See-Idylle vor – bis der Betrachter den kleinen, schriftlichen Hinweis „Sex“ entdeckt hat.
„Die Werke von Thomas Behling sind durch ihre tradierte Pathosform, in der sie gearbeitet sind, zu sperrig, um übersehen zu werden. Die Fragen, die sie aufwerfen, sind vielschichtig und irritierend, die Antworten bleiben offen“, hat Julienne Franke, Leiterin der Städtischen Galerie in der ehemaligen Schlosserei ihre Einschätzung zusammengefasst. Die Ausstellung ist bis zum 5. Juli dienstags bis freitags sowie sonntags jeweils von 14.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.
Am Donnerstag, 7. Mai, sind Kinder zwischen sechs und neun Jahren eingeladen, zwischen 15.00 und 16.30 Uhr Bilder zu malen und dazu passende Rahmen anzufertigen. Am Freitag, 8. Mai, können ab 14.30 Uhr Kinder zwischen neun und zwölf Jahren außergewöhnliche Bilder und Rahmen herstellen. Für beide Veranstaltungen sind Anmeldungen unter der Rufnummer (05132) 8 30 07 15 erforderlich.