Fünf LehrterInnen für soziales Engagement und Zivilcourage geehrt

Unter starkem Beifall der 350 Gäste beim Neujahrsempfang

LEHRTE (r/kl). Bereits im zehnten Jahr ehrte unter starkem Applaus der 350 Gäste beim Neujahrsempfang der Stadt am Freitag im Kurt-Hirschfeld-Forum Bürgermeisterin Jutta Voß fünf BürgerInnen, die sich „durch besonderes Engagement um den sozialen Frieden und den sozialen Ausgleich in unserer Stadt verdient gemacht haben oder die durch ihr Tun und Handeln ein herausragendes Beispiel an Zivilcourage gegeben haben.“
Aus den zahlreichen und vielfältigen Vorschlägen hatte der Verwaltungsausschuss des Stadrates vier Vorschläge ausgewählt.
„Am Morgen des 26. Mai 2010 kam es gegen 9.30 Uhr in einem Mehrfamilienhaus in Sievershausen zu einem Wohnungsbrand im Erdgeschoss. Die meisten Bewohner konnten sich noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr und Polizei ins Freie retten. Eine gehbehinderte Person aus dem Obergeschoss war dazu aus eigener Kraft nicht mehr in der Lage.
Der im Nachbarhaus wohnende Dirk Wolfers zögerte nicht und betrat trotz starker
Rauchbildung das Gebäude. Er eilte der Person zur Hilfe und konnte ihr rechtzeitig ins Freie verhelfen. Herr Wolfers erlitt bei der Rettungsaktion eine leichte Rauchvergiftung,“ dankte Jutta Voß dem Sievershäuser zu diesem bemerkenswerten Beispiel für Zivilcourage.
Aus der Kernstadt Lehrte wurde Gerda Wenzel geehrt, die seit 15 Jahren das „Klönfrühstück“ des Diakonischen Werkes in den Räumen der Altenbegegnungsstätte Goethestraße organisiert. Zuvor war Frau Wenzel bereits viele Jahre als Helferin in der Diakonie tätig.
„Mit großem Engagement organisiert Frau Wenzel den Einkauf und die
Durchführung des ,Frühstücks' und trägt somit maßgeblich zum Gelingen der mit 25 bis 35 Personen gut besuchten Veranstaltung bei.
Die Diakonie bietet im Wechsel mit den anderen Wohlfahrtsverbänden am ersten Sonntag im Monat einen ,offenen Sonntag' in der Altenbegegnungsstätte Goethestraße an. Ist die Diakonie für die Durchführung zuständig, zeigt sie sich auch hier für die Organisation und den Ablauf verantwortlich.
Mit viel Liebe und hoher Einsatzbereitschaft hat Frau Wenzel auch noch mit 77 Jahren für ihre älteren Mitmenschen stets ein fröhliches Wort und ein offenes Ohr.
Diese vielfältigen Leistungen zum Wohle vieler Menschen in Lehrte verdienen es heute hier im Rahmen des Neujahrsempfangs geehrt zu werden,“ würdigte die Bürgermeisterin.
Werner Nawrath, den nächsten Geehrte, dürfe man getrost als „Urgestein“ in der
kommunalpolitischen Landschaft Lehrtes bezeichnen. Er habe sich in den zurück liegenden Jahrzehnten nachhaltig den vielen sozialen Herausforderungen in seiner Heimatstadt gestellt und maßgeblich an der Gestaltung und Umsetzung von
entsprechenden Angeboten vor Ort mitgewirkt.
„Die Gründung der Altentagesstätte in der Goethestraße und die damit verbundene Selbstverwaltung dieser Einrichtung durch die Nutzerinnen und Nutzer trägt ebenfalls seine Handschrift.
Darüber hinaus hat er sich mit großem persönlichen Einsatz für den Ausbau der Seniorenarbeit in Lehrte engagiert und hat damit eine Vorbildfunktion für andere Institutionen rund um das Angebot einer stetig wachsenden Seniorenarbeit
eingenommen.
Im Jahre 1986 hat er maßgeblich am Aufbau der Seniorenunion in der Kernstadt mitgewirkt und war bis 2004 zudem deren Vorsitzender. Nach wie vor steht Werner Nawrath auf Grund seines großen Erfahrungsschatzes bei Nachfragen stets
auskunftswillig zur Verfügung,“ dankte Jutta Voß.
Stellvertrend für eine Gruppe ausgebildeter VerkehrshelferInnen. welche den
Schulweg der Immenser Kinder zur Grundschule über die viel befahrene Lüneburger und Lehrter Straße sichert, erhielten Gabriela Reichardt und Ulrike Verlande die Ehrung der Stadt.
„Insbesondere zu Zeiten, wenn der Umleitungsverkehr der übermäßig stark
frequentierten Autobahn A 2 durch Immensen geleitet wird, hatten Kinder in der Vergangenheit trotz ,Zebrasteifens‘ kaum die Möglichkeit, die Straße gefahrlos zu queren, da die ,Zebrastreifen‘ kaum Schutz boten und vielfach beängstigende
Verkehrssituationen entstanden. Daraufhin wurde vor zwei Jahren ein freiwilliger Lotsendienst ins Leben gerufen, welcher den Kindern auf ihrem Schul- und Nachhauseweg sicher zur Seite steht,“ so die Bürgermeisterin.
Stellvertretend für die zur Zeit 15-köpfige Gruppe sprach sie der Koordinatorin Ulrike Verlande und Gabriela Reichardt ihren ganz herzlichen Dank für diesen „Service für die Kleinsten in unserer Stadt“.
BILDUNTERSCHRIFT:
Von Bürgermeisterin Jutta Voß (re.) beim Neujahrsempfang geehrt (v.l.): Dirk Wolfers, Gerda Wenzel, Ulrike Verlande, Gabriele Reichardt und Werner Nawrath. Foto: Walter Klinger