„Friedhofstag“ Immensen stellt neue Grabformen vor

Wann? 14.05.2011 10:00 Uhr bis 14.05.2011 16:00 Uhr

Wo? Friedhof Immensen, Im Lah, 31275 Lehrte DEauf Karte anzeigen
Mustergräber für neue Formen von Grabstätten sind in den letzten Wochen auf dem Friedhof in Immensen angelegt worden. Beim „Friedhofstag“ am Samstag werden sie der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt. (Foto: Walter Klinger)
Lehrte: Friedhof Immensen |

Am Samstag auch viele Informationen zu Trauer und Bewältigung

LEHRTE/IMMENSEN (r/kl). Die evangelisch-lutherische St. Antonius-Kirchengemeinde Immensen stellt bei einem Friedhofstag am Sonnabend, 14. Mai, von 10.00 bis 16.00 Uhr auf ihrem Friedhof in Immensen, Im Lah (nahe Ortseingang aus Richtung Burgdorf) Überlegungen zur Anlage neuer Formen von Grabstätten vor.
Geboten werden Informationen, Führungen, Ausstellungen und die Vorstellung neuer Mustergräber. Beginn ist um 10.00 Uhr mit einer Andacht, nach welcher die Pläne für die neuen Grabnstätten, darunter auch Urnengräber statt auf Grasflächen in einer festen Grabumrandung, erläutert werden. Anschließend werden die neuen Mustergräber von den beteiligten Landschaftsgärtnern und Steinmetzen näher erklärt. Diese Besichtigung wird nochmals um 12.00 Uhr wiederholt.
„Mit Kindern Trauer verarbeiten – mit Kindern den Friedhof erleben“ heißt dann um 13.00 Uhr das Thema von Pastor Martin von Brück.
„Trauerwege werden allein gegangen“ ist ab 14.30 Uhr das Referat und Gespräch des Trauerbegleiters Andreas Heinze über Trauer und ihre Bewältigung überschrieben.
Begleitet wird der Friedhofstag in Immensen auch mit Informationsständen zur Hospizarbeit, von der Treuhandstelle für Dauergrabpflege, Bestattern, Steinmetzbetrieben und einem Büchertisch. Ab 15.30 Uhr findet der Friedhofstag einen musikalischen Abschluss.
Aufgrund der heutigen gesellschaftlichen und familiären Strukturen stirbt ein Mensch oft nicht mehr wie früher innerhalb des Familienverbandes. Dies hat auch andere Trauerrituale und eine andere Trauerkultur zur Folge. Zudem ist seit einigen Jahren durch die wachsende Mobilität der Menschen und die schwindenden ortsgebundenen Gemeinschaften auch ein Wandel in der Bestattungskultur erkennbar.
Dies stellt die Verantwortlichen fur die Friedhöfe vor neue Herausforderungen. Friedhöfe sind zunächst Orte der individuellen Erinnerung an einen vertrauten Menschen. Sie sind aber auch für die Gesellschaft ein Ort des Gedenkens und der Trauer, helfen bei der Trauerbewältigung und spenden Trost. Ansprechende Friedhöfe sind nicht nur würdige Ruhestätten für die Verstorbenen, sondern auch für die Lebenden Orte der Zuflucht, des stillen Gedenkens und der Trauerbewältigung.
Friedhöfe konnen diese Funktion jedoch nur erfüllen, wenn sie von den Menschen angenommen werden. Neben der ansprechenden Gestaltung ist hierfür Voraussetzung, dass den nachgefragten Bestattungsformen, die ebenfalls gesellschaftlichen Wandlungen unterworfen sind, entsprochen werden kann. Nun muss nicht jeder Trend oder jede neue Idee sofort aufgegriffen werden, aber man darf sich im Rahmen der Möglichkeiten und unter Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten Neuerungen nicht verschließen.
Hinzu kommt, dass gut gemeinte Ansätze in der Praxis durchaus Probleme bereiten konnen, wie zum Beispiel die Rasengräber. Darum sollten die Konzeptionen fur die Friedhöfe immer wieder überpruft und bei Bedarf neu angepasst werden.
Aus dieser Überlegung heraus hat der Kirchenvorstand der St. Antonius-Kirchengemeinde Immensen beschlossen, aufdem kirchlichen Friedhofin Immensen in Ergänzung zu den bisher üblichen künftig neue Grabformen anzubieten. Hierbei wird ein geringerer Pflegeaufwand berücksichtigt, der bei Bedarf an die Friedhofsverwaltung übertragen werden kann.
Andererseits soll es Angehörigen ermöglicht werden, auf Gemeinschaftsanlagen in einem kleinen Bereich der Grabstelle persönliche Pflege- und Gestaltungsmaßnahmen vorzunehmen. Hierfür sind die Mustergräber angelegt worden, um diese Ansätze anschaulich zu präsentieren.
Außerdem werden einige der zahlreichen schon sehr alten und breiten Heckeneinfassungen herausgenommen und nur teilweise durch neue und kleinere Hecken ersetzt, um den Gesamteindruck des Friedhofes offener zu gestalten.