"Fridays for Future" in Lehrte

Versammlung vor dem Rathaus (Foto: Gabriele Gosewisch)

Schüler demonstrierten für Klimaschutz

LEHRTE (gg). Die Bewegung wird größer. Die seit Monaten europaweit von Schülern voran gebrachte Demonstration „Fridays for Future“ ist nicht mehr nur in großen Städten zu sehen, sondern ab heute auch in der ersten von 20 Kommunen in der Region Hannover, in Lehrte. „Wir sind als Schüler-Gruppe bisher nach Hannover zur Fridays-for-Future-Demo gefahren. Dann entstand die Idee, das auch in Lehrte zu machen“, sagt Kaja Klenke, Abiturientin am Lehrter Gymnasium. Sie hat die Demo-Leitung übernommen. „Kein leichter Job, das macht man nicht nebenbei“, sagt sie und verweist auf ihr Mitschüler-Team, zu dem insbesondere Luca Schneider gehöre, 15 Jahre alt und „eine treibende Kraft“.
„Wir streiken, bis ihr handelt“, „Wald, weniger Asphalt“ und „Wir sind laut, weil ihr unsere Zukunft klaut“ brüllten rund 350 Schüler, die an der Demonstration am Freitag teilgenommen haben. Sie kamen aus mehreren Lehrter Schulen, nicht nur aus dem Gymnasium. Nirgendwo war vor dem Marsch das für Jugendliche typische Kichern und Lachen in der Menge zu hören. Der Einweisung zum Demo-Ablauf wurde aufmerksam Folge geleistet. Nachgeholt werde der Unterrichtsstoff, so der Tenor unter den Schülern. Es gehe nicht um das Schwänzen des Unterrichts, sondern um konsequenten Klimaschutz. Von 11.30 bis 13.30 Uhr marschierten sie vom Gymnasium Richtung Rathaus. Zum Abschluss gehörte eine kurze Ansprache von Bürgermeister Klaus Sidortschuk, der den Demonstranten seinen Respekt aussprach: „Den Tritt in den Allerwertesten hat das Establishment verdient.“ Respekt für das Engagement der Schüler sei geboten, so die Überzeugung des Bürgermeisters. Allerdings sei es kompliziert, wenn das Thema Umweltschutz gründlicher angegangen werde. Klaus Sidortschuk sagte: „Es ist meine Überzeugung, dass tiefgreifende Veränderungen nötig sind.“ Die Fridays-for-Future-Bewegung bringe Impulse. Sein Appell an die Schüler: „Der konfliktreichen Debatte, die folgen muss, muss man sich stellen. Konstruktive Ideen müssen eingebracht werden. Deshalb ist Lernen für die Zukunft wichtig.“ Als Kandidat für die Bürgermeister-Stichwahl schloss sich Frank Prüße als Redner an. „Ich stehe voll auf Eurer Seite“, sagte er. „Noch mehr“ in Lehrte für den Klimaschutz zu bewegen, sei sein Ziel. Klar sei, dass schon in Familien Kompromisse gefunden werden müssen, um gemeinsam voran zu kommen. In der Politik sei das nicht anders. Als Vertreter der Grünen-Ratsfraktion in Lehrte schloss Christian Gailus die Ansprachen ab. Er attestierte den Schülern, auf dem richtigen Weg zu sein.
Schlichtend, „so weit das möglich ist“, habe sich Silke Brandes, Schulleiterin des Gymnasiums, im Vorfeld der Demonstration eingebracht. Sie sagt: „Allen muss klar sein, dies ist keine Schulveranstaltung.“ Das Gespräch mit den Organisatoren habe sie im Vorfeld gesucht, um auf Sicherheitsaspekte aufmerksam zu machen. Sie ergänzt: „Wenn Eltern ihre Kinder vom Unterricht entschuldigen, mit Hinweis auf Fridays-for-Future, dann nehme ich das zur Kenntnis und an.“