„Freunde finden, Frieden sichern“

Stadtjugendpflegerin Tara Esdaile, Klaus Perk, Silke Brandes und Elenor Algner-Habermann aus der Stadtverwaltung sind beim neuen Schüleraustausch-Projekt in Israel zuversichtlich. (Foto: Gabriele Gosewisch)

Gymnasium bietet erstmalig Reise nach Israel an

LEHRTE (gg). „Ob Israel ein geeignetes Reiseland und sogar geeignet zum Schüleraustausch ist, wird sich zeigen“, sagt Silke Brandes, Leiterin des Gymnasiums zum neuen Projekt „Inter-Cultural Youth and Education Exchange“. Erstmalig soll es für Lehrter Gymnasiasten des zukünftigen elften Jahrgangs in den Herbstferien eine vom Bund finanziell geförderte Reise nach Tel Aviv geben - dem Konzept nach ein klassischer Schüleraustausch, wie er am Lehrter Gymnasium seit Jahrzehnten mit Frankreich, Polen und seit zwei Jahren mit Italien gepflegt wird. „Freunde finden, Frieden sichern“ laute das Motto. Dass Israel einen Sonderstatus unter den Nationen habe, sei klar, betont die Schulleiterin, dennoch, „man muss da gewesen sein, um überhaupt etwas dazu sagen zu können.“ Sie selbst reist in den Sommerferien nach Israel und sagt: „Ich bin schon ganz gespannt, denn ich habe nur Gutes gehört.“ Da das auswärtige Amt keine Reisewarnung für Tel Aviv ausgegeben habe, schätze sie das Risiko, in Konflikte zu geraten, als überschaubar ein. „Das Restrisiko gehen wir ein“, sagt die Schulleiterin.
Als Vermittler für die Organisation ist das Institut Dialog eingeschaltet. Mit dem trendigen Begriff „Living Diversity“, sonst der Modebranche zuzuordnen, wird für das Projekt geworben. Ethnisch begründete Konflikte seien sowohl in der deutschen als auch in der israelischen Gesellschaft verankert. Wichtig daher, so federführender Koordinator am Lehrter Gymnasium Klaus Perk, Lehrer für Englisch und Deutsch, Zeichen dagegen zu setzen. Mit der Begegnung und dem Erleben des Alltags in Tel Aviv könne Verständnis für die Lebenssituation abgeleitet werden. Eine klare Position zeigt die Stellungnahme der Stadtverwaltung auf. Hier der Auszug: „Wir als Verantwortliche für die Jugendpflege in der Stadt Lehrte wollen gemeinsam auf die heutige Vielfalt in beiden Gesellschaften hinweisen und ein Bewusstsein für das Leben in Vielfalt schaffen, Konflikte und Ausgrenzungsmechanismen verstehen sowie rassistische Narrative entlarven. Unser Ziel ist eine nachhaltige Begegnung zwischen den Jugendlichen aus Israel und den Jugendlichen aus unserer Kommune aufzubauen.“ Wichtig sei, dass Schüler die Chance haben, unabhängig vom Einkommen der Eltern, eine Erfahrung im Ausland zu machen. Pro Schüler liege der Förderanteil des Bundes bei 400 Euro. Der Eigenanteil der Kosten für die Reise liege bei ungefähr 300 bis 500 Euro. Die Unterkunft wird in Tel Aviv von Gastfamilien geleistet, ein Gegenbesuch israelischer Schüler soll Ende Oktober folgen. Derzeit haben schon einige Lehrter Schüler Interesse an der Teilnahme signalisiert. 15 Plätze stehen zur Verfügung und sollen nach Abwägung von sozialen Gesichtspunkten, nicht vom Notendurchschnitt, vergeben werden. „Wichtig ist eine gute Vorbereitung auf die Reise“, erklärt Klaus Perk. Die Teilnahme an einer entsprechenden Arbeitsgemeinschaft soll daher noch vor der Abreise realisiert werden.