Freiraum für Männer geschaffen

Auf dem Wilhelmsblick singen die Ausflugsteilnehmer aus Steinwedel gemeinsam und genießen die Atmosphäre. (Foto: Konstantin Klenke)

Ausflug der St.-Petri-Kirchengemeinde nach Springe

STEINWEDEL (r/gg). „Sechs Tage sollst du arbeiten, aber am siebten Tag sollst du ruhn; auch in der Zeit des Pflügens und Erntens sollst du ruhn“ (2. Mose 34).
Die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers begeht 2019 ein Jahr der Freiräume, in dem der Feiertagsheiligung in besonderer Weise gedacht und in dem die Alltagshektik bewusst durch Auszeiten unterbrochen werden sollen. Das Thema wurde bei der diesjährigen Männerwanderung von den Organisatoren der St. Petri-Kirchengemeinde aufgegriffen: „Wer seine Geige liebt, der entspannt den Bogen nach dem Spiel, den Akku der Bohrmaschine laden wir nach dem Gebrauch wieder auf“, verdeutlichte Helmut Simon, dass das dritte Gebot auch nach jahrtausendealter Geschichte nicht an Aktualität verloren hat.
Mit Blick auf den Prediger Salomo, der „ein jegliches seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel seine Stunde“ zugeordnet hat, konnte jeder Mann überdenken, welche Aktivitäten er häufiger oder weniger häufig in seinem Leben platzieren möchte.
Ähnlich herausfordernd für die Gruppe war die Wanderstrecke von etwa vierzehn Kilometern. Forstamtsleiter Christian Boele-Keimer aus Steinwedel hatte eine Route erdacht, die in seine Ortskenntnis einweihte und unwegsames Gelände nicht ausließ. An allen Haltepunkten wurde deutlich, dass er schon als Kind im Deister aufwuchs und die Entwicklung jeglicher Geländeabschnitte lebhaft und in Anekdoten vermitteln kann. „Hier ist eine Stelle, die wir interessierten Wildfotografen zuweisen.“ Oder: „Unser Eltern haben uns als Kinder am Sonntag oft zur Burgruine geschickt, damit wir dort die versteckte Krone finden oder das vergrabene Schwert ausheben. Die Schätze haben wir nicht gefunden. Aber ich glaube, unsere Eltern haben einen entspannten Nachmittag verbracht!“
Belohnt wurde die Männergruppe am Wilhelmsblick mit einer weiten Aussicht Richtung Völksen und Hannover sowie mit der phantastischen Idee, die Mahlzeit aus dem Rucksack auf der Mauer des Mauerparks einzunehmen.
In der liturgischen Schlussrunde erhielt jeder Teilnehmer die Möglichkeit, auf seine Fähigkeiten und Begabungen zu blicken, bevor die Männergruppe nach Gebet, Segen und Liedern mit Bus und Zug wieder Richtung Steinwedel aufbrach - so der Bericht von Karl Klenke.