Fotoausstellung mit Arbeiten von Mävers stößt auf breites Interesse

Bürgermeister Klaus Sidortschuk (rechts) dankt Günter Dörhöfer für seine Verdienste um die Ausstellung. (Foto: Horst-Dieter Brand)
Lehrte: Städtische Galerie |

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand - Bürgermeister verteidigt das Werk des ehemaligen NSDAP-Mitgliedes

LEHRTE (hdb). Die öffentliche Diskussion im Vorfeld hat der zweiten Jubiläumsausstellung in der Städtischen Galerie ein beachtliches Publikumsinteresse beschert. Bei der Vernissage vor annähernd 100 Besuchern verteidigte Bürgermeister Klaus Sidortschuk das künstlerische Schaffen von Alfred Mävers.
Der 1903 in Lehrte geborene Maler und Fotograf war während der Diktatur der Nationalsozialisten Mitglied der NSDAP. Sidortschuk legte aber bei seiner einleitenden Begrüßung in der alten Schlosserei Wert auf die Feststellung, der Künstler mit Hang zum Impressionismus habe sich „in keiner Weise ideologischen Inhalte der Nazis angenähert“ oder gar propagandistisch betätigt.
Mävers’ Werke - von denen auch einige im Rathaus hängen - in Kellern zu verstecken sei jedenfalls „keine Alternative zur öffentlichen Darstellung“. Der Rathauschef dankte den Stadtwerken und der Volksbank Lehrte Stiftung, dass sie „trotz der öffentlichen Debatte“ die Ausstellung - die zweite im Jubiläumsjahr - finanziell gefördert hätten. Um diese hat sich besonders Gunter Dörhöfer verdient gemacht. Der ehemalige Nachbarsjunge von Mävers in der Ahltener Straße hatte den gelernten Anstreicher und ehemaligen Inhaber eines Malereibetriebes 1979 kennengelernt.
Als „Meister des Mischens“ von Farben habe er den Mann mit einem roten Schal als Erkennungszeichen bewundert. Eines Tages habe er dann auf dem Dachboden verstaubte Glasplatten von Fotoaufnahmen entdeckt. Mävers habe ihm diese überlassen. Aber erst die digitale Fototechnik habe die Entwicklung der mit einer Plattenkamera aufgenommenen Motive ermöglicht. Nun sind rund 40 von ihnen, die das geschulte Auge des Malers „mit Weitwinkelblick“ verraten, in der Galerie zu besichtigen - Bilder wie „Feldmark“, „Waldrand“, „Boote“ oder „Hühnerhof mit Auto“. Die Aufnahmen, größtenteils aus dem Raum Hannover, Hildesheim und Braunschweig, sind zwischen 1920 und 1930 entstanden.
Die Ausstellung ist dienstags bis freitags sowie sonntags jeweils von 14 bis 18 Uhr geöffnet und bis zum 3. November zu sehen. Öffentliche Führungen bietet Julienne Franke vom Kulturamt am Sonntag, 15. September, und Sonntag 3. November an. Die Teilnahme ist kostenlos.