Fortschritt in der Schule überzeugt

Summer, Schülerin der Klasse 6a, erledigt ihre Schulaufgaben von zu Hause aus. (Foto: Katrin Telschow-Don)

Online-Lernen soll sich in der Oberschule etablieren

HÄMELERWALD (r/gg). Noch im Aufbau ist die Oberschule. Bisher wurden drei fünfte und zwei sechste Klassen im Schulzentrum am Riedweg unterrichtet. Jetzt sind diese Kinder alle zu Hause und werden digital beschult. "Und das mit Erfolg, obwohl das am Anfang gar nicht möglich zu sein schien", so die Mitteilung von Schulleiterin Katrin Telschow-Don, die hier rückblickend berichtet: „Ich kann meine Klasse gar nicht digital unterrichten“, sagte der stellvertretende Schulleiter Christian Scholz noch Mitte März. Und das stimmte zu diesem Zeitpunkt auch. Jetzt hat sich vieles verändert: Die Lehrkräfte stehen mit den Kindern „online“ im regen Austausch, Videokonferenzen ermöglichen face-to-face-Kontakt und in Klassenchats helfen die Kinder sich gegenseitig bei den Aufgaben. Die meisten Schulfächer werden den Jungs und Mädchen als Kurse über das Internet angeboten und alle Beteiligten sind eifrig dabei, das neue System zu meistern.
Das Konzept der Schule sah vor, dass die Kinder mit der Arbeit am Computer in Jahrgang sechs beginnen. Das fiel in diesem Schuljahr auf das zweite Halbjahr, weil der neue pädagogische Server der Schule aufgrund von Baumaßnahmen erst im Januar installiert werden konnte. Die Schule schloss dann Corona-bedingt genau in der Woche, in der die sechsten Klassen in das IServ-System der Schule eingeführt werden sollten. Es bestand also nicht die Möglichkeit, die Schüler elektronisch zu erreichen – geschweige denn sie über ein System zu unterrichten, das sie noch gar nicht kennen gelernt hatten. Für Christian Scholz war schnell klar, dass nach den Osterferien eine Möglichkeit gefunden sein musste, die genau das ermöglichte. Mehrere Wochen lang recherchierte und testete er zahlreiche Lern-Managment-Systeme und fand schließlich, wonach er suchte: Die Schule meldete sich im März bei Google für eine „G Suite for Education“ an und unterrichtet seit April die Schüler der Oberschule mit „Google Classroom“. „Die Bedienung des Systems ist einfach – für Lehrer und Lerner. Nur so kann digitale Bildung gelingen,“ sagt Christian Scholz, der schon mit vielen digitalen Systemen im Unterricht gearbeitet hat.
Bisher scheint er damit richtig zu liegen: Einige Schüler finden es toll, dass ihre Lehrkräfte jetzt auf einmal YouTube-Videos erstellen, um Themen und Aufgaben zu erklären; andere sind begeistert, dass sie jetzt endlich am Computer arbeiten können. Die Klassen arbeiten also gern mit dem „Classroom“ und die Lehrkräfte gewöhnen sich an die neuen Werkzeuge, die sie zur Verfügung haben. Dabei kommt der neue digitale Unterricht an der Oberschule ganz ohne Papier aus und kann mit nahezu jedem mobilen Endgerät abgerufen werden. Wie selbstverständlich können zahlreiche Medien in die Materialien der Schüler eingebunden werden. Und die abgegebenen Aufgaben werden von den Lehrkräften korrigiert und kommentiert mit einem Knopfdruck an die Schüler zurückgeben.
Für die Oberschule ist ganz klar: Digitaler Unterricht ist ab jetzt ein wichtiges Standbein für alle Schulen und er muss weiter ausgebaut werden. Genau das hat die Oberschule vor: Wenn der Präsenzunterricht wieder startet, wird die Schule weiter mit dem „Classroom“ arbeiten. Zunächst kann er helfen die Heim-Lernzeiten der Kinder zu organisieren. Im nächsten Schritt sollen die Schüler mit mobilen digitalen Endgeräten ausgestattet werden, damit die E-Learning-Module sowohl zu Hause als auch in der Schule von den Kindern genutzt werden können. Das soll bereits zum neuen Schuljahr umgesetzt werden.