Fortschritt im Ringverkehr?

Blick auf die B443-Trogstrecke. (Foto: Armin Albat)

SPD, Grüne und Linke wollen Richtungsänderung

Lehrte (r/gg). In der politischen Diskussion ist derzeit eine Richtungsänderung für den Kraftverkehr. Dazu soll zunächst ein Fuß- und Radverkehrsnetz für die Kernstadt definiert werden, so der gemeinsame Antrag von SPD, Grünen und Linken zur Priorisierung der zahlreichen Maßnahmen, die zum nächsten Verkehrsentwicklungsplan gehören. „Priorität für den Radverkehr haben die zentrale Nord-Süd-Achse entlang der B443 sowie die West-Ost-Achsen im Bereich der Ahltener und Iltener Straße mit der Anbindung des Schulzentrums Süd“, so die SPD-Fraktionsvorsitzende im Rat, Maren Thomschke.
Um mehr Platz für alle Verkehrsteilnehmer zu schaffen und die Verkehrsströme zu entzerren, soll ein Ringverkehr über die Ahltener und die Iltener Straße getestet werden. „Mit diesem Experiment wollen wir untersuchen, ob eine Neuaufteilung des Verkehrsraums möglich ist, ohne dass der Autoverkehr drastisch beschränkt wird. Wir hoffen, dass wir damit zum 1. September starten können”, erklärt Armin Albat für die Grünen im Rat.
„Der Ringverkehr soll von externen Experten begleitet werden, um sicherzustellen, dass bei der Testphase alle wichtigen Fragen bedacht werden: Verkehrsaufkommen, Vermeidung Schleichverkehr, Umleitung Buslinien, Müllabfuhr. Außerdem soll eine Evaluation erfolgen, um eine solide und transparente Basis für die Entscheidung über die Weiterführung des Projekts im Alltagsbetrieb zu erhalten“, führt Maren Thomschke weiter aus.
Hintergrund für das Stadtexperiment „Ringverkehr“ sind die hohen Belastungen der Anwohner an diesen Straßenzügen, insbesondere, wenn die Ahltener Straße als Umleitungsstrecke für die A2 genutzt wird. Die Kombination von einander begegnenden LKW und parkenden Autos sorgt regelmäßig für Stau und Gefahrensituationen für Radfahrer und Fußgänger. Mit dem Ringverkehr kann vielleicht auch Platz geschaffen werden, um ausreichend breite Radwege an beiden Straßen zu bauen - so die Hoffung von SPD, Grünen und Linken. Armin Albat ergänzt: „Kinder sollen alleine und ohne Elterntaxi zur Schule oder zum Sportverein gelangen. Wir wollen, dass Eltern jüngere Kinder auf Fahrrädern gefahrlos begleiten können.“
Gegenrede gab es im jüngsten Verkehrsausschuss von der CDU- und FDP-Gruppe. Statt Experimente zu wagen, sollen in Bezug auf die Einrichtung eines Ringverkehrs auf Lehrtes Hauptachsen zunächst die Auswirkungen von Experten prognostiziert und die Anlieger befragt werden. CDU-Ratsherr Armin Hapke, verkehrspolitischer Sprecher der Gruppe, teilt mit: „Ein seriöses Vorgehen im Sinne der Lehrter setzt voraus, erst die zu erwartenden Verkehrsströme zu simulieren und dann daraus Erkenntnisse zu ziehen, anstatt erst im Rahmen eines Experiments Tatsachen zu schaffen, ohne deren Auswirkungen zu kennen.“