Flötenensemble Syrinx spielt in Sievershausen für Opfer der Tschernobyl-Katastrophe

Das Flötenensemble Syrinx aus Minsk spielt eins von zehn Deutschland-Konzerten in der St. Martins-Kirche Sievershausen. (Foto: Horst-Dieter Brand)

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand - Hochrangige Künstler aus Weißrussland gastieren erneut in der St. Martinskirche zu Gast

LEHRTE/SIEVERSHAUSEN (hdb). Die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl in der Ukraine liegt schon 27 Jahre zurück. Die langfristigen Folgen der Verstrahlung sind - besonders bei Kindern – immer noch unübersehbar. Für eine „Zukunft nach Tschernobyl“ engagiert sich der Verein „Heim-statt“. Auf dessen Einladung hin gastierte jetzt zum wiederholten Mal das international angesehene Flötenensemble Syrinx aus Minsk in der St. Martins-Kirche.
Die Vereinsvorsitzende Edeltraud Schill konnte annähernd 100 Zuhörer begrüßen und diese auf die gemeinnützigen Ziele ihrer - 1992 gegründeten und in Holzgerlingen in der Region Stuttgart beheimateten - Organisation einschwören. Etwa 250 000 Euro Spendengelder und öffentliche Zuschüsse pro Jahr helfen laut Schill, Familien aus dem strahlenbelasteten Süden Weißrusslands in den Norden umzusiedeln.
Mit den Behörden vor Ort gebe es dabei, trotz der diktatorischen Staatsstruktur, keine Probleme bei der Zusammenarbeit. In der Konzertpause verriet die Vereinsvorsitzende, wem Sievershausen das mittlerweile vierte Gastspiel der Flötengruppe unter Leitung von Nina Avramek zu verdanken hat: Die 94-jährige Erika Binder aus der Lehrter Ortschaft engagiert sich schon sehr lange aktiv in der „Heim-statt“.
Das siebenköpfige Ensemble setzte sich zusammen aus Viktor Alekseev, Arsen Zamtaradze, ASergej Kortes, Elena Perek, Natezhda Novik, Olga Schilina und Vatim Sitorov (E-Piano). Sie spielten in unterschiedlicher Besetzung Werke von Johann Sebastian Bach, Giuseppe Verdi (Phantasiethemen aus seiner Oper „Rigoletto“), Walzerkönig Johann Strauß („Perpetuum mobile“), aber auch von weniger bekannten Komponisten aus Frankreis, Österreich, England und Russland. Zwischendurch sang der Kirchenchor der St. Martinskirche unter Leitung von Inken Kinder Lieder. Die Moderation hatte Anna Yatskevich übernommen. Die Zuhörer zeigten sich von der Stilsicherheit und technischen Brillanz des Septetts begeistert und erklatschten sich zwei Zugaben.