Feuer an der Goethestraße

Feuerwehreinsatz an der Goethestraße am Dienstagnachmittag. (Foto: Freiwillige Feuerwehr Lehrte)

Feuerwehr rettet Anwohner, schneller Löschangriff

Lehrte (r/gg). Die Einsatzkräfte der Ortsfeuerwehr wurden am Dienstag gegen 15.42 Uhr zu einem Wohnungsbrand an der Goethestraße alarmiert. Eine Rauchsäule stieg bereits auf. Mehrere Anwohner hatten per Notruf 112 gemeldet, dass im Wohnkomplex 47 Anwohner betroffen seien, mehrere stünden auf den Balkonen, Flammen schlügen bereits aus den Fenstern und drohten nun in die weiteren Geschosse überzugreifen.
Vor Ort eingetroffen bestätigte sich der Alarmierungsgrund, und den Einsatzkräften bot sich folgende Lage: Eine Erdgeschoss-Wohnung befand sich im Vollbrand, die Flammen schlugen tatsächlich aus den Fenstern und drohten auf das darüber befindliche Geschoss über zu greifen. Fünf Anwohner der benachbarten Wohnungen standen auf den direkt daneben und schräg oberhalb der Wohnung befindlichen Balkonen und mussten gerettet werden. Unklar war für die Einsatzkräfte jedoch, ob weitere Personen im Haus zurückgeblieben waren.
Umgehend wurde mit Brandbekämpfung begonnen sowie die Alarmstufe erhöht, um weitere Einsatzkräfte zur Unterstützung vor Ort zu haben. Somit wurde der dritte Zug, bestehend aus den Ortsfeuerwehren Steinwedel und Aligse sowie die Einsatzleitung-Gruppe alarmiert. Die auf den Balkonen wartenden fünf Personen wurden von drei Feuerwehr-Trupps unverletzt gerettet, sowohl aus dem Erdgeschoss mittels Steckleiter, als auch über die Drehleiter aus dem ersten und aus dem dritten Obergeschoss.
Der Brand, der sich bereits über die gesamte Wohnung ausgebreitet hatte, wurde im Außen- und im Innenangriff gelöscht. Die Bewohnerin, eine 64-Jährige, war nicht mehr darin. Sie hatte sich beim Bemerken des Feuers nach draußen in Sicherheit gebracht. Die weitere Durchsuchung des Gebäudes ergab für die Feuerwehrmänner, auch in Absprache mit den Meldedaten der Polizei, dass sich alle Bewohner außerhalb des Hauses befanden. Die weitere Aufgabe der eingesetzten Trupps bestand anschließend darin, unter Zuhilfenahme der Wärmebildkamera sowohl Glutnester zu lokalisieren und abzulöschen, als auch die Temperatur der Wohnung zu beobachten, um ein weiteres Aufflammen sicher ausschließen zu können. Zudem wurde mit der eingeleiteten Druckbelüftung sichergestellt, die Verrauchung im Gebäude zu reduzieren. Anschließend wurde die Einsatzstelle an die Polizei übergeben.
Die Bilanz des Feuers: Insgesamt wurden sechs Personen gerettet. Neun Trupps unter schwerem Atemschutz und insgesamt 78 Einsatzkräfte waren im Einsatz und verhinderten durch das schnelle Vorgehen, dass das Feuer auf weitere Etagen übergriff und Personen sogar noch vom Feuer eingeschlossen worden wären. Durch die starke Beaufschlagung von Brandrauch ist der betroffene Wohnkomplex ersten Informationen zufolge unbewohnbar, die Bewohner fanden vorübergehend Unterkunft. Die Anwohner des nebenan befindlichen Wohnkomplexes konnten noch am selben Abend ihre Wohnungen wieder beziehen - so der Bericht von Feuerwehr-Sprecher Benjamin Rüger.
Brandermittler haben inzwischen die Arbeit aufgenommen. Der genauer Hergang der Brandentstehung ist weiterhin unklar. Ermittlungen wegen fahrlässiger Brandstiftung gegen die 64-jährige Bewohnerin sind eingeleitet.
Der Schaden wird nach Angaben der Polizei auf 100.000 Euro geschätzt.