Feierliche Schlüsselübergabe auf der neuen Feuerwache

Bürgermeister Klaus Sidortschuk (links) übergab im Beisein von Ulf Müller von der Planungsgruppe ARGE (rechts) symbolisch den Schlüssel für die neue Feuerwache an Stadtbrandmeister Jörg Posenauer (Zweiter von rechts) und Ortsbrandmeister Marc Wilhelms. (Foto: Susanna Veenhuis)
 
Herzstück des Neubaus ist die technisch mit allen Finessen ausgestattete Einsatzzentrale im Obergeschoss. (Foto: Susanna Veenhuis)

Viel Platz für neue Logistik/Probleme mit dem Schließsystem

LEHRTE (sv). Hunderte von fröhlichen Gesichtern gab es jetzt bei der offiziellen Eröffnung der neuen Feuerwache an der Schützenstraße. Vor den Feuerwehrleuten, der Jugend- und Kinderfeuerwehr und ihren zahlreichen Gästen übergab Bürgermeister Klaus Sidortschuk feierlich den symbolischen goldenen Schlüssel für den ersten Bauabschnitt an den Lehrter Ortsbrandmeister Marc Wilhelms und an Stadtbrandmeister Jörg Posenauer.
„Wir müssen draußen bleiben“, hieß es an diesem Tag für sieben Einsatzfahrzeuge. Wo sie sonst sicher und bereit für den nächsten Notfall parken, standen an diesem Abend Biertischgarnituren für die vielen Feiernden. „Leider konnten wir die Feuerwache nicht so bauen, dass Sie alle in der ersten Reihe sitzen können“, eröffnete Sidortschuk launig die Feierstunde. Er erinnerte an den ersten Spatenstich am 20. September vor zwei Jahren. „Mensch, die ist aber groß!“ So hieß es damals bei der Planung – wie auch schon 1982 zur Eröffnung der alten Feuerwache, die zuletzt aus allen Nähten platzte.
„Die Anforderungen an die Feuerwehren sind in allen Bereichen enorm gewachsen. Damit muss auch eine Wache Schritt halten“, sagte Sidortschuk. Als er 2011 zum Bürgermeister gewählt wurde, gab es eine Machbarkeitsstudie und Standortanalyse für ein neues Feuerwehrhaus, erinnerte sich das Stadtoberhaupt. 2013 beschloss der Rat den Neubau. 2016 und 2017 erfolgten die Bebauungsplan-Änderung und das Vergabe-Verfahren. „Inzwischen verwenden wir zwei Drittel der Zeit auf die Planung und ein Drittel aufs Bauen.“
Trotz eines „rumpeligen Starts“ mit Verzögerung durch Dauerfrost sowie überraschende Altlast-Funde im Untergrund konnten die Kosten- und Zeitpläne eingehalten werden. 21,3 Millionen Euro hat der erste Bauabschnitt gekostet. Die Grundfläche des neuen Gebäudes beträgt 5700 Quadratmeter, Netto-Nutzfläche sind es sogar 6.400 Quadratmeter mit 33 Kubikmeter umbautem Raum. Die Lehrter Feuerwehr gehöre zu den modernsten in der Region. Aber das werde wohl nicht lange so bleiben, denn auch andere Kommunen müssten nachrüsten, sagte der Bürgermeister. „Wir wissen nicht, was in 50 Jahren ist, aber in einem Punkt sind wir auf der sicheren Seite: die Höhe der Tore. Alles, was unter eine Brücke durchpasst, passt auch hier hinein!“
Eine der am meisten belasteten Feuerwehren der Region Hannover, wenn nicht ganz Niedersachsens, habe es verdient, dass sich nach 130 Jahren die Einsatzkräfte nicht mehr in der Fahrzeughalle umziehen müssen und nach dem Einsatz vernünftige sanitäre Verhältnisse vorfinden, sagte Stadtbrandmeister Jörg Posenauer. Er lobte die durchdachte Planung des Gebäudes mit Einsatzzentrale, Schulungsräumen sowie Räumen für Verwaltung und Abwicklung der Logistik mit den Ortsfeuerwehren, die nun auch unabhängig von den Dienstzeiten der Gerätewarte ihren Sachbedarf in der Zentrale decken können. Ein Wermutstropfen in der Freude über die neue Wache sei jedoch die Schließanlage, die so nicht von den Feuerwehr-Aktiven gewollt sei und deren Technik bereits zu Behinderungen in Arbeitsabläufen geführt habe.
Ortsbrandmeister Marc Wilhelms erinnerte an die alte Wache, die vor ziemlich genau 37 Jahren am 12. August eingeweiht worden war und wegen knapper Kassen statt für vier nur mit zwei Millionen Mark deutlich sparsamer gebaut und ausgestattet worden war, als der Bedarf es damals schon eigentlich erfordert hätte.
Wie auch seine Vorredner dankte Wilhelms den professionellen Planern und allen anderen an dem Projekt Beteiligten, auch den Kameraden, die sich neben ihrer Erwerbsarbeit, Feuerwehrdiensten und -einsätzen auch noch bei der Planung und Gestaltung für das neue Gebäude engagiert haben.
Herzstück des Neubaus ist die Einsatzzentrale im zweiten Stockwerk, wo mittels Beamer auch die Einsatzgebiete und -arten angezeigt werden können. „Hier laufen auch bei Großeinsätzen die Fäden zusammen“, sagte Posenauer bei einer Führung durch die neuen Räumlichkeiten. Man sei auch für Katastropheneinsätze gerüstet, bei Ausfällen von Strom und Internet sei die Wache 48 Stunden autark.