Faselabend mit Herausforderungen

Ortsrat beim Faselabend (von links): Jens Jeitner, Heike Koehler und Jens Landschoof. (Foto: Gabriele Gosewisch)
 
Willkommen in Ahlten: Ortsbürgermeisterin Heike Koehler begrüßt Bürgermeister Frank Prüße. (Foto: Gabriele Gosewisch)

Frank Prüße benennt Ärger, Heike Koehler hebt Positives hervor

AHLTEN (gg). Zum Gespräch „in bierseliger Laune“ lädt der Ortsrat traditionell am Fastnachtsdienstag ein. Auf die Wahrung „des Faselabends“ wird geachtet, für den üblicherweise regen Zuspruch soll es keinen Abbruch geben. Allein die Versammlungsstätte darf wechseln. Die diesjährige 47. Auflage lief im Schützenheim, Am Wiesengrund. Die Bewirtung leistete ein Team der Schützengesellschaft. Firma Schlüter servierte deftigen Hammelbraten. Sonst blieb es wie immer: Teilnahme nur für Männer, aber unter der Leitung der Ortsbürgermeisterin Heike Koehler. Schon beim Eintreffen der 140 Teilnehmer wechselte sie mit jedem einige persönliche Worte, nutzte gern die Gelegenheit für den schnellen Informationsaustausch. „Manches bespricht sich so einfach besser, als am Telefon“, so ihre Überzeugung, auch für den Verlauf des Faselabends. Gerade heraus, statt „Blatt vor dem Mund“ und durchaus humorig darf es zugehen, das ist Programm. „Das stellt mich vor eine große Herausforderung“, begann Lehrtes Bürgermeister Frank Prüße seine Grußworte mit mulmigem Unterton. Ihm sei klar, „in Ahlten wird Tacheles geredet“. Dem entsprechend nahm er gleich zu Beginn seiner Rede den aktuellen Ärger um die Kostenumlage zum Straßenbau auf. Anwohner der Backhausstraße werden, anders als bisher in Aussicht gestellt, nun doch zur Kasse gebeten. „Es geht nicht anders. Das Haushaltsdefizit zwingt es auf“, erklärte Frank Prüße und machte keinen Hehl aus seiner Kehrtwende zu den Wahlkampfversprechen im vorigen Herbst. Er sagte: „Manchmal muss man zurückrudern, wenn man merkt, dass man kein Wasser mehr unter dem Kiel hat. Ich werde mich in Zukunft weiterhin für die Abschaffung der Kostenumlage einsetzen. Bis dahin wollen wir (wenigstens) eine soziale Gestaltung schaffen, langfristige Stundung kann Härten abfedern.“ Die Aufmerksamkeit der Zuhörer hielt sich in Grenzen, schwierige Akustik tat das Übrige. Zur Ordnung gemahnt wurde mit der schrillen, extrem lauten Feuerwehr-Klingel, eigens für den Faselabend installiert, was aber nichts nützte. Nur mit Mühe konnte Frank Prüße gegen die Geräuschkulisse anreden, ebenso erging es der Ortsbürgermeisterin bei ihrem Jahresrückblick. Sie erinnerte an die Eröffnung des Bolzplatzes mit Baumängeln ebenso wie an die großen Feste im Jahresverlauf. „Wir haben viel für Ahlten erreicht. Es stehen aber jetzt wichtig Entscheidungen an“, so ihre Botschaft, den sie mit dem dringenden Aufruf zur Teilnahme an den nächsten Ortsratssitzungen verknüpfte. „Wir brauchen Euch bei den Entscheidungen“, so ihre Ankündigung für die Sitzung am Donnerstag, 5. März im 19.30 Uhr im Seniorenwohn- und Pflegeheim, Am Alten Sportplatz 1.
Da der Faselabend in der Tradition keine „trockene Veranstaltung“ ist, gestaltete Heike Koehler dies entsprechend aus, erhielt großen Applaus für die Organisation: Eine kleine Obstbrand-Kostprobe wurde gerne angenommen. Zum Thema „Essenz der Früchte“ und über „die Lohnbrennerei aus angelieferten Früchten“ sprach Roland Schulze aus der Lister Destille in Hannover, Mengendamm 6.
Gerne und ausdrücklich benannte die Ortsbürgermeisterin die Sponsoren, die für insgesamt 500 Liter Freibier sorgten: Jürgen Riesch Kautschuktechnologie, Schlemm´sche Familienstiftung, Stadtwerke Lehrte, Firma Tennet, Volksbank Ahlten, Schlossermeister Friedel Gödeke, KLH Leitungsbau, Firma Deupol, Firma Holcim und Firma Heitmann Optik.