Falsche Fuffziger und echte Umdrehungen auf dem Schulhof des Schulzentrums Lehrte-Süd

Kraft und Kondition braucht man, um den mehrere Kilo schweren Rettungsspreizer einsetzen zu können, wie hier Patrick Hempel einem Schüler zeigt. (Foto: Susanna Veenhuis)
 
Anschnallen und los: Bei Thomas Tschiersch vom ADAC (Rechts) konnten die Schüler den Überschlag im Auto probieren – natürlich ganz langsam. (Foto: Susanna Veenhuis)

Ein Beitrag von Susanna Veenhuis - Spannende Aktionen beim Präventionstag für die Schüler der 6./7. Klassen

LEHRTE (sv). Mit der Alki-Brille über einen Parcours torkeln, mit der Rettungsschere in Autoblech schneiden wie in Butter oder einmal kopfüber in einem Auto stecken – unter dem Motto „Du bist gut“ bot der Präventionstag im Schulzentrum Süd Schülern zahlreiche neue Erfahrungen. Rund 30 Organisationen mit ganz unterschiedlichen Angeboten konnte Jürgen Witzmann vom Präventionsrat der Stadt Lehrte begrüßen – viele hätten dafür sogar einen Tag Urlaub genommen, wie Witzmann erklärte.
Etwa 1.000 Schüler – die sechsten und siebten Klassen der Lehrter Schulen sowie alle Schüler des Schulzentrums Süd und die der Berthold Otto-Schule – erwartete der Präventionsrat bei der bei der alle zwei Jahre stattfindenden Veranstaltung, die früher mit den Präventionsräten von Burgdorf, Sehnde und Uetze gemeinsam koordiniert worden war. Aus organisatorischen Gründen sei das in diesem Jahr nicht möglich gewesen, erklärte Witzmann.
„Es gibt hier viele Stände mit wichtigen Informationen über Drogen für euch“, sagte Bürgermeister Klaus Sidortschuk in seiner Rede zur Eröffnung des diesjährigen Präventionstags. „Ich wünsche mir von euch und für euch, dass ihr diese Informationen auch abholt. Nikotin und Alkohol sind ebenfalls Drogen – auch, wenn sie legal sind“, sagte Sidortschuk. Nur, wer die Fallen kenne, tappe dort nicht hinein, ergänzte er. Am Ende sei derjenige der Coole, der die Drogen nicht nimmt oder vertreibt.
„Die Hütchen waren alle doppelt, ich habe fast alle umgerannt“, sagte Eric Schefner (13) von der IGS Lehrte. Er hatte gleich einmal mit einer speziellen Brille an einem – nüchtern betrachtet - ganz einfachem Parcours getestet, wie sich Alkohol auf das Sehvermögen und damit auch auf das Gleichgewicht auswirken kann. Kaum hatten die Schüler diese Brille auf, torkelten sie unbeholfen herum, konnten nicht mehr fehlerfrei Hütchen im Slalom umrunden oder gezielt Gegenstände greifen.
Gleichgewicht war auch das Thema bei den Berufsbildenden Schulen Burgdorf: „Es geht darum, die Balance zu finden und auch dann auf dem Weg zu blieben, wenn es mal wackelig wird“, erklärte Schulsozialarbeiterin Katja Ewald. Dort galt es, einen Becher voll Wasser möglichst ohne Verluste über Holzhalbkugeln und – mit Hilfe – sogar auf einer wackeligen Slack-Line zu balancieren.
Wie wichtig das Anschnallen im Auto ist, konnten die Schüler bei Thomas Tschiersch vom ADAC am eigenen Leib erfahren. Er ließ das voll besetzte Auto in einem Spezialgestell um die Längsachse rotieren. „Ist ein cooles Gefühl, auf dem Kopf zu stehen, wenn man merkt, dass der Gurt einen hält“, stellte Tom Rohde von der IGS fest.
Für den Ernstfall hält die Feuerwehr Spezialwerkzeuge wie Rettungsschere und Spreizer bereit – auch die durften die Schüler an einem echten Auto ausprobieren. Etwa einmal die Woche könnten die Feuerwehrleute an einem ausgedienten Pkw üben, den ihnen das Abschleppunternehmen Bremer zur Verfügung stellt. Mit dieser Aktion wollten sie neue Mitglieder werben, sagte Oberbrandmeister Silvio Fraterrigo. Die meisten seien aber mit Schule und Hobbies bereits ausgelastet. „Besonders fremdsprachige Helfer könnten wir gut gebrauchen“, sagte er im Hinblick auf Unfälle, bei denen sie die Unfallopfer oft nicht verstehen könnten.