Fallzahlen sinken erheblich

Polizei-Statistik: weniger Gewalt und Canabis

Lehrte (r/gg). Beachtliche Veränderungen im Jahresvergleich zeigt die jetzt vom hiesigen Kommissariat veröffentlichte Kriminalstatistik, erstellt von Mario Mantei, Leiter Kriminalermittlungsdienst (KED) und Tim Bergforth, Ermittlungsführer KED. Im Jahr 2020 fielen in den Zuständigkeitsbereich des Polizei-Kommissariats Lehrte insgesamt 4.252 Taten. Das waren 498 Straftaten weniger als im Jahr 2019 und stellte somit eine Senkung um 10,48 Prozent dar. Dies entspricht nahezu dem Niveau von 2018. In Lehrte wurden dabei 3.026 Taten und damit eine Senkung der Fallzahlen um 461 Taten registriert, die eine Senkung um 13,22 Prozent ergaben. In Sehnde wurden 1.226 Taten registriert. Es kam zu einer Reduzierung der Fallzahlen um 37 Taten. Daraus ergab sich eine Senkung um 2,93 Prozent.
Die Gesamtaufklärungsquote lag für das hiesige Kommissariat bei 68,07 Prozent und hat sich um 0,12 Prozentpunkte geringfügig gesenkt. Trotzdem liegt die Aufklärungsquote weiter deutlich über dem Durchschnitt der vergangenen Jahre. In Lehrte konnten dabei 65,17 Prozent der Taten aufgeklärt werden (minus drei Prozentpunkte). In Sehnde waren es 74,80 Prozent der Taten (plus 6,55 Prozentpunkte).
Die Fallzahlen unter täterschaftlicher Beteiligung von Minderjährigen sind in Lehrte um 29 Fälle auf 156 Taten gesunken. Sie nahmen damit einen Anteil von 5,16 Prozent des gesamten Straftatenaufkommens ein.
im Jahr 2020 kam es zu 811 Rohheitsdelikten und Straftaten gegen die persönliche Freiheit, wie Raub oder Körperverletzung. Das bedeutete eine Verringerung der Fallzahlen um 7,74 Prozent. Die Aufklärungsquote für diesen Bereich sank um 1,35 Prozentpunkte auf 92,85 Prozent. In Lehrte kam es hierbei zu 459 Taten. Die Senkung der Fallzahlen lag bei 20,45 Prozent. Die Aufklärungsquote sank um 3,6 Prozentpunkte an und lag bei 90,85 Prozent. In Sehnde wurden 352 Taten in diesem Deliktsbereich festgestellt. Daraus ergab sich eine Erhöhung dieser Straftaten um 16,56 Prozent. Die Aufklärungsquote stieg leicht um 1,75 Prozentpunkte auf 95,45 Prozent.
Der Hauptanteil der Rohheitsdelikte im gesamten Zuständigkeitsbereich lag im Bereich der Körperverletzungen. Hier wurden 581 Taten festgestellt. Das waren 86 Taten weniger als im Vorjahr und entsprach einer Senkung um 12,89 Prozent. In Lehrte wurde bei der Anzahl der Körperverletzungsdelikte eine Reduzierung von 30,77 Prozent auf 288 Taten erfasst (minus 128 Fälle). Die Aufklärungsquote lag bei 94,79 Prozent und stieg somit um 0,32 Prozentpunkte. In Sehnde ergab sich hingegen ein Anstieg der Körperverletzungsdelikte um 16,73 Prozent auf 293 Taten (plus 42 Fälle). Die Aufklärungsquote lag bei 97,27 Prozent und stieg somit um 4,04 Prozentpunkte.
In Lehrte haben Taten mit häuslicher Gewalt um 21 Fälle abgenommen. Es wurden insgesamt 123 Fälle registriert.Das bedeutet einen Anteil von 4,06 Prozent am gesamten Straftatenaufkommen und damit eine Reduzierung um 0,07 Prozentpunkte. In Sehnde wurden sieben Taten mehr als im Vorjahr gezählt. Es kam zu 50 Taten mit häuslicher Gewalt. Das bedeutete einen Anteil von 4,08 Prozent am gesamten Straftatenaufkommen und damit eine Steigerung um 0,68 Prozentpunkte.
Die Anzahl der Sachbeschädigungen ist um 4,66 Prozent auf 430 Taten gesunken (minus 21 Fälle). Die Aufklärungsquote in diesem Deliktsbereich ist um 2,30 Prozentpunkte auf 31,63 Prozent gesunken. In Lehrte sanken die Sachbeschädigungen um 2,19 Prozent auf nunmehr 312 Taten (minus sieben Fälle). Es wurde eine Aufklärungsquote von 25,64 Prozent erzielt, die damit um 8,21 Prozentpunkte unter dem Vorjahresergebnis lag. In Sehnde reduzierte sich die Anzahl der Sachbeschädigungen um 10,61 Prozent auf 118 Taten (minus 14 Fälle). Dabei wurde eine Aufklärungsquote von 47,46 Prozent erzielt. Das bedeutet eine Steigerung um 13,37 Prozentpunkte
Bei den Diebstahldelikten ergab sich im Zuständigkeitsbereich des hiesigen Kommissariats eine Abnahme um 19,04 Prozent auf 1.127 Taten (minus 265 Taten). Dabei entfielen 576 Taten auf den einfachen Diebstahl und 551 Taten auf den schweren Diebstahl. Die Anzahl der einfachen Diebstahldelikte sank um 14,79 Prozent (minus 100 Taten). Die Anzahl der schweren Diebstahldelikte sank ebenfalls um 23,04 Prozent (minus 165 Taten). Insgesamt reduzierte sich die Aufklärungsquote geringfügig um 0,49 Prozentpunkte auf 29,90 Prozent .
In Lehrte kam es zu 880 Diebstahldelikten. Daraus ergibt sich eine Reduzierung um 14,48 Prozent (minus 149 Taten). Die Anzahl der einfachen Diebstahldelikte betrug 434 Taten und lag damit leicht unter den schweren Diebstahldelikten, die bei 446 Taten lagen. In der Aufklärungsquote differieren die beiden Bereiche erheblich. Beim einfachen Diebstahl wurde eine Aufklärungsquote von 39,86 Prozent erreicht. Das entspricht einer Senkung um drei Prozentpunkte. Beim schweren Diebstahl wurde eine Aufklärungsquote von 19,96 Prozent erzielt, die damit um 3,38 Prozentpunkte höher lag als 2019.
In Sehnde wurden 247 Diebstahldelikte statistisch erfasst. Dieser Wert entspricht einer Senkung um 31,96 (minus 116 Taten). Die Anzahl der einfachen Delikte betrug in Sehnde 142 Taten; bei den schweren Diebstahldelikten wurden 105 Fälle festgestellt. Auch in Sehnde unterschieden sich beide Deliktsbereiche in der Aufklärungsquote erheblich. Beim einfachen Diebstahl reduzierte sich die Quote leicht um 3,22 Prozentpunkte auf 41,55 Prozent. Im Bereich des schweren Diebstahls wurde eine Aufklärungsquote von 15,24 Prozent ermittelt, die damit um 7,27 Prozentpunkte unter dem Niveau von 2019 liegt.
Für den gesamten Zuständigkeitsbereich des Lehrter Kommissariats ist die Anzahl der Wohnungseinbrüche um 14 Taten auf jetzt 62 Fälle zurückgegangen. Der Trend der letzten Jahre mit fallenden Deliktszahlen beim Wohnungseinbruch setzte sich fort (wie in der gesamten Polizeidirektion Hannover). Die Aufklärungsquote sank um 6,07 Prozentpunkte auf jetzt 24,19 Prozent. In Lehrte konnte mit insgesamt 43 Taten ein Rückgang der Fallzahlen um zehn; in Sehnde mit 19 Taten ein Rückgang um vier Fälle festgestellt werden. Die Aufklärungsquote steigerte sich in Lehrte um 1,05 Prozentpunkte auf 25,58 Prozent. In Sehnde reduzierte sich die Aufklärungsquote auf 21,05 Prozent. Diese deutliche Reduzierung der Quote im Bereich Sehnde ergibt sich dadurch, dass im Vorjahr positiv verlaufende Ermittlungen zu Automatensprengungen zu Tätern geführt hatte, bei denen ein örtlicher Bezug zu Sehnde vorlag und auch ein Tatverdacht in Bezug auf Wohnungseinbrüche begründet werden konnte. Eine solche Klärung einer Straftatenserie war im Jahr 2020 nicht gegeben.
In Lehrte und Sehnde wurden für das Deliktsfeld „Diebstahl an/aus Kraftfahrzeugen“ 177 Fälle registriert. Das sind zwei Fälle weniger als im Vorjahr. Die Aufklärungsquote ist mit 9,60 Prozent um 4,58 Prozentpunkte gestiegen. 22 Kraftfahrzeuge wurden gestohlen. Das bedeutete eine Reduzierung um 17 Fälle und beinhaltete eine Senkung um 43,59 Prozent.
Die Betäubungsmitteldelikte in Lehrte und Sehnde sind mit 318 Fällen im Vergleich zum Vorjahr 42 Fälle weniger registriert worden. Trotz der Pandemie bedingten Einschränkungen in der polizeilichen Präsenz in den Stadtbereichen und markanter Punkte in der Umgebung wurden in diesem Kontrolldelikt dennoch zahlreiche Verstöße festgestellt und Ermittlungen aufgenommen werden. Die Aufklärungsquote konnte geringfügig um 0,04 Prozentpunkte auf 94,89 Prozent gesteigert werden.Insgesamt ist die Betäubungsmittelkriminalität von Verstößen mit Cannabisprodukten und in geringerem Ausmaß von Verstößen mit Amphetaminen geprägt. Andere Betäubungsmittel wie beispielsweise Heroin oder Kokain spielen eine eher untergeordnete Rolle.
Die Betrugsdelikte haben im Berichtsjahr um fünf Fälle auf 815 Ermittlungsverfahren zugenommen. Das beinhaltet eine Steigerung um 0,62 Prozent. Die Fallzahl ist im Wesentlichen geprägt von dem Delikt Beförderungserschleichung, das in 437 Taten erkannt wurde. Die Aufklärungsquote im Betrugsbereich liegt mit 89,33 Prozent um 0,06 Prozentpunkte niedriger als im Jahr 2019.